| 20:30 Uhr

3. Handball-Liga Süd
Grgics erstes Duell mit der alten Liebe

Die Fans in Saarlouis haben ihn geliebt, vor allem in dieser Jubelpose. Danijel Grgic war das Gesicht des sportlichen Aufschwungs der HG.
Die Fans in Saarlouis haben ihn geliebt, vor allem in dieser Jubelpose. Danijel Grgic war das Gesicht des sportlichen Aufschwungs der HG. FOTO: rup
Saarlouis. Der frühere Leitwolf der HG Saarlouis trifft morgen als Trainer der VTZ Saarpfalz im Derby der 3. Liga Süd auf seinen Ex-Verein. Von David Benedyczuk

„Es waren immer coole Spiele, als wir uns von 2006 bis 2009 in der Regionalliga begegnet sind“, erinnert sich Danijel Grgic an vergangene Duelle zwischen den Handballern der VTZ Saarpfalz und der HG Saarlouis. Fast zehn Jahre nach dem letzten Liga-Vergleich steht nun die Neuauflage des Derbys an: Am morgigen Freitag um 20 Uhr ist die VTZ in der Zweibrücker Westpfalzhalle Gastgeber im Heimspiel der 3. Liga Süd – mit dem langjährigen Saarlouiser Spielmacher Grgic als Trainer an der Linie.


Der 41-jährige Kroate war 2006 zur HG gewechselt und dort das Gesicht des folgenden Aufschwungs: Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd 2009, zwei Jahre später die Qualifikation für das neue eingleisige Unterhaus und der dortige Verbleib in den Saisons danach. „Der Handball-Hype in Saarlouis ist eng mit dem Namen Danijel Grgic verbunden. Er hat hier acht Jahre die Geschicke geprägt – als Spielmacher und Vorbild für junge Spieler“, betont der Saarlouiser Vorsitzende und Manager Richard Jungmann.

Bis 2014 spielte Grgic für die HG, war Leitwolf des Teams und der Inbegriff des Siegeswillens. Danach machte er in Saarlouis als Jugendkoordinator, Zweitmannschafts- und Jugendtrainer weiter, ehe es ihn 2016 zur VTZ zog. Während sein Ex-Team zuletzt nach neun Jahren Zweitklassigkeit abstieg, schaffte Grgic mit Zweibrücken im erst zweiten Jahr den Aufstieg. „Mein größter Erfolg als Trainer“, sagt Grgic zum jüngsten Gewinn des Oberliga-Titels. Größer noch als der Zweitliga-Aufstieg mit Saarlouis, den Grgic damals zum Saisonende hin als Spielertrainer-Duo mit Daniel Altmeyer – Trainer Christoph Barthel war entlassen worden – perfekt gemacht hatte.



Als Spieler nennt der 25-fache kroatische Nationalspieler die Qualifikation für die eingleisige 2. Liga 2011 als wichtigste Errungenschaft. „Ich denke, das war überhaupt die größte Saison, die der Verein je erlebt hat. Wir mussten Zehnter werden, spielten eine überragende Rückrunde und haben es tatsächlich geschafft“, sagt Grgic.

Dass es eine prägende Zeit bei der HG war, schwingt mit jedem Wort mit. Dennoch behauptet Grgic vor dem Wiedersehen mit dem Ex: „Für mich ist das nix Besonderes, sondern ein normales Spiel.“ Allerdings ein tabellarisch relevantes, denn mit 5:15 Punkten liegt Aufsteiger VTZ als Drittletzter auf einem Abstiegsplatz. „Wir haben noch kein Heimspiel gewonnen. Das müssen wir aber, wenn wir drinbleiben wollen. Daher ist es natürlich ein wichtiges Spiel. Saarlouis ist Favorit, aber Derbys haben eigene Gesetze“, sagt Grgic.

Erst im Rückspiel werde sein Empfinden wohl ein anderes sein. „Das wird viel emotionaler und in meinem Wohnzimmer Stadtgartenhalle ein geiles Erlebnis“, blickt Grgic voraus. Dennoch dürfte es auch in Zweibrücken heiß hergehen: Der VTZ-Trainer sieht die mit 12:8 Punkten siebtplatzierte HG nicht nur aufgrund der Formkurve im Vorteil: „Sie haben zwei für die Liga herausragende Spieler: Torwart Patrick Schulz ist ihre Lebensversicherung, hält in jedem Spiel überdurchschnittlich. Und natürlich Peter Walz, der als Anführer vorangeht. Das fehlt uns ein wenig“, sagt Grgic, dessen Team nur beim TVS Baden-Baden (33:31) gewinnen konnte.

Auch wenn er die großen Emotionen auszuklammern versucht, freut sich Grgic auf das Derby und viele bekannte Gesichter: „Vor allem Darius Jonkzyk. Mein bester Freund, mit dem ich viele Höhen und Tiefen erlebt habe“, sagt Grgic über das Torwart-Urgestein. Den nach dem Abstieg eingeleiteten Umbruch in Saarlouis begrüßt er: „Es freut mich, dass dort mit den Walz-Brüdern, Philipp Leist oder Max Hartz junge Saarländer von sich reden machen.“ Unter diesen Voraussetzungen hält er auch die Zweitliga-Rückkehr perspektivisch für möglich: „Wenn das Gerüst zusammenbleibt, sehe ich auf jeden Fall die Substanz, das zu schaffen. So war es auch 2006. Grundsätzlich ist das der Weg, den man gehen muss.“