Golf: Maxime Holletschek aus Losheim ist eines der größten deutschen Talente

Golf-Talent : Schlag auf Schlag auf dem Weg zur Spitze

Golferin Maxime Holletschek startet durch. Mehrere Turnier-Siege und zwei DM-Qualifikationen gelangen der 15-jährigen Losheimerin 2019 schon.

Bis in die Fingerspitzen konzentriert und irgendwie doch ganz locker steht Maxime Holletschek auf der Driving Range und schwingt den Schläger durch. Fast täglich feilt die 15 Jahre alte Gymnasiastin am Golfplatz Weiherhof an ihrer Form – und aktuell sind Abschläge dran.

„Plopp!“ Am satten Klang erkennt die junge Landeskader-Spielerin des Golfverbands Rheinland-Pfalz/Saarland gleich, ob sie den Ball genau getroffen hat – oder eben nicht. Gespannt verfolgt die Losheimerin, wie das nur 45 Gramm schwere Spielgerät im hohen Bogen durch die Luft schwirrt, aufschlägt und noch einige Meter über die Trainingswiese rollt. Passt. „Wenn der Ball dahin fliegt oder rollt, wo er hin soll, ist das ein toller Moment“, sagt Maxime und ihre Augen strahlen.

2019 strahlte sie schon häufiger, denn sie hatte viele solcher Momente. Bei 22 Turnieren trat die frühere Triathletin an, landete dabei meist vorne und verbesserte ihr Handicap von 7,2 auf 2,8. „Los ging es im Frühling in Dublin. „Dort habe ich bei den Irish Girls Open das beste Ergebnis des Landeskaders Mainz gespielt“, erzählt Maxime. In Bad Ems folgte ein Brutto-Sieg in der Jugend-Supercup-Serie, die von der ehrgeizigen Teenagerin in der Gesamtwertung angeführt wird. Nach erfolgreichen Auftritten bei regionalen Jugend-Wettbewerben schlug Maxime jüngst in Hamburg ab – und beim DM-Vorentscheid der Altersklasse 16 ordentlich zu. Nach drei harten Runden und insgesamt 256 Schlägen erreichte sie das selbstgesteckte Top-Ziel. „Ich wollte 2019 ins Finale der deutschen Einzelmeisterschaften in München kommen – das habe ich nun geschafft.“

Bis dato war der Gewinn der Verbandsmeisterschaft in Trier ihr größter Einzelerfolg gewesen. Die Qualifikation für die Mannschafts-DM in der Altersklasse 18 hat sie übrigens auch schon in der Golf-Tasche. Nur eine Woche nach der DM-Solo-Nummer in München (6. bis 8. September) kämpft Maxime in Augsburg erneut um Medaillen, dann im Juniorinnen-Team des 1. Golfclubs Westpfalz. Dem EWG schloss sie sich an, um mit dessen erster Damenmannschaft in der Regionalliga zu spielen. Am Meistertitel und Aufstieg in die 2. Bundesliga hatte die jüngste Spielerin im Team großen Anteil. Mit ihrem Sieg beim vereinseigenen Golf-Alpin-Turnier zeigte sie den Erwachsenen, dass das Alter keine Rolle spielt – Können schon.

Maxime Holletschek auf dem heimischen Golfplatz Weiherhof in Nunkirchen. Mittlerweile spielt die Losheimerin für Zweibrücken. Foto: Roland Schmidt

Aber woher kommt die Nervenstärke des jungen Mädchens, das die Eltern schon als Dreijährige auf den Golfplatz begleitete und früh den Spaß am Sport entdeckte? „Ich versuche im Wettkampf, Negatives auszublenden und konzentriere mich auf mein Spiel“, verrät sie ihr simples Erfolgsrezept. „Am Golfschwung zu arbeiten, ist wie Hemden bügeln. Kaum hat man eine Seite fertig, ist die andere wieder voller Knitter.“ Gesagt hat das der frühere Golf-Profi Tom Watson – und Maxime sieht es genauso. Sie ruht sich nicht auf Erfolgen aus und feilt immer an der Technik. „Langes Spiel, Chippen, Putten – ich übe die Schläge täglich in verschiedenen Spielsituationen“, sagt sie. Selbstkritisch analysiert sie ihre Schläge – gute und schlechte. Allein oder mit ihrem Trainer Mickael Jacob sucht sie nach Fehlerquellen und bemüht sich, es besser zu machen. Schließlich will Maxime einmal zur nationalen Spitze gehören und nach dem Abitur zum großen Schlag ausholen. „Ich versuche ein Golf-Stipendium in den USA zu bekommen“, verrät Maxime und gerät ins Schwärmen. „Golf und Studium vereinen, vielleicht Profi werden – das wäre mein Traum.“

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