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Neunkircher Ultraläufer siegt in USA
Goldenes Ticket für Neuschwander

Florian Neuschwander gehört zur Ultralauf-Weltspitze.
Florian Neuschwander gehört zur Ultralauf-Weltspitze. FOTO: Florian Neuschwander
Neunkirchen/Malibu. Ultraläufer aus Neunkirchen gewinnt 100-Kilometer-Rennen in Kalifornien. Von Mark Weishaupt
Mark Weishaupt

Ultraläufer Florian Neuschwander hat am vergangenen Samstag das „Sean O‘Brien 100k Race“ in Malibu/Kalifornien, ein 100-Kilometer-Trailrennen durch die bergige Landschaft oberhalb von Los Angeles, gewonnen. Der 36-Jährige, der aus Neunkirchen stammt, siegte in 8:48:04 Stunden und hatte am Ende fast 20 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. „Man kann sich nicht vorstellen, wie steil die Berge teilweise waren“, sagte Neuschwander“, „am Ende des Rennens war es weniger ein Kampf gegen die Konkurrenz, sondern gegen die Hitze.“



Neuschwander, Vizeweltmeister im Ultra-Trail 2013, mehrfacher deutscher Mannschaftsmeister in der Cross-Langstrecke, im Halbmarathon und im Marathon und 2015 Vizemeister im 50-Kilometer-Straßenrennen, hat sich nach einer vielversprechenden Karriere als Bahnläufer mittlerweile einen Namen als Ausdauerläufer gemacht und einen Platz in der Weltspitze bei den Ul­traläufern gesichert.

Mit dem Sieg in Malibu holte sich Neuschwander ein „Golden Ticket“ – die Teilnahmeberechtigung für den „Western States Endurance Run“ (WSER), das älteste und berühmteste Trailrennen der Welt über 100 Meilen (160 Kilometer) von Squaw Valley nach Auburn (Kalifornien). „Das Sean O‘Brien 100k Race war ja mein erstes 100-Kilometer-Trailrennen. Ich habe mich mit jeder Menge langer Läufe, Marathons und Halbmarathons als Trainingsläufen vorbereitet, da ist nicht viel Kompliziertes dran“, sagte Neuschwander, „der WSER über 160 Kilometer ist aber schon wieder eine ganz andere Hausnummer. Da werde ich noch ein paar Schippen drauflegen müssen.“ Die Vorbereitung für Neuschwanders bisher längstes Rennen steht jedenfalls gedanklich schon. „Jetzt wird erst mal gechillt“, sagte Neuschwander, klar werde ich auch in den nächsten Wochen laufen, aber eher ruhig und zur Regeneration. Mein Rezept ist, nicht allzu wissenschaftlich und technisch zu trainieren. Ich höre auf mein Gefühl, da bin ich immer gut mit gefahren. Das ist auch eine Frage der Philosophie. Sport ist in erster Linie eine geile Sache und soll Spaß machen.“