Eishockey: Golden Knights wollen Eis-Märchen krönen

Eishockey : Golden Knights wollen Eis-Märchen krönen

Das Eishockey-Team aus Las Vegas greift in seiner ersten Saison direkt nach der Meisterschaft in der NHL.

Bekommt das unglaubliche Eis-Märchen sein perfektes Ende? Die sensationelle Premieren-Saison der Vegas Golden Knights ist schon jetzt eine für die Geschichtsbücher. Doch nun geht es um etwas Greifbares, um die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt. Um die Meisterschaft in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Und plötzlich ist der größte Außenseiter sogar der Favorit auf den Gewinn des Stanley Cups.

Die Buchmacher sehen den Debütanten aus der Glücksspiel-Metropole in der heute beginnenden NHL-Finalserie (best of seven) knapp vor den Washington Capitals mit Superstar Alexander Owetschkin und dem deutschen Torhüter Philipp Grubauer. Vor der Saison lagen die Wettquoten noch bei 500:1 für Las Vegas. Allein das zeigt, welch wundersame Reise die Golden Knights bis ins Endspiel gebracht hat.

„Wir haben einige Rekorde gebrochen und einiges erreicht“, sagt Stürmer James Neal: „Wie könnte man eine solche Saison besser beenden als mit dem Gewinn des Stanley Cups?“ Verteidiger Deryk Engelland erinnert sich: „Als wir letztes Jahr allesamt neu zusammenkamen, hätte das keiner von uns für möglich gehalten. Es ist wirklich eine unglaubliche Geschichte, die wir jetzt zu Ende bringen wollen.“

Geschichte haben Engelland und Co. schon jetzt geschrieben. Als erstes Expansions-Team seit den St. Louis Blues 1967/1968 erreichte Vegas in der ersten Saison der Vereinsgeschichte das Finale. Dazu stellte der Club Expansions-Rekorde für die längste Siegesserie, die meisten Heimsiege, die meisten Auswärtssiege und die meisten Punkte auf. Und die (geschlagene) Konkurrenz staunt: Wie war das möglich?

Bis auf Torhüter Marc-Andre Fleury, der gegen Washington sein drittes NHL-Finale in Folge und sein fünftes insgesamt spielt, wurden keine Stars nach Vegas gelockt. Aber ehemalige Rollenspieler wuchsen über sich hinaus, allen voran der schwedische Torjäger William Karlsson, der bereits 49 Treffer erzielt hat.

Fleury hält zudem überragend, doch der eigentliche Schlüssel zum Erfolg ist der Zusammenhalt. Und hier spielt der Amoklauf in Las Vegas wenige Tage vor der Heimpremiere im Oktober, als 58 Menschen starben und 851 weitere verletzt wurden, eine wichtige Rolle. Es schien, als habe das traurige Ereignis die Annäherung zwischen den Menschen in Nevada und dem neuen Eishockey-Club beschleunigt. Getragen von den Fans eilte das Team anschließend von Sieg zu Sieg.

„Der Vorfall war ein tragisches Ereignis für die Stadt“, sagt Torhüter Fleury: „Wir wussten, wenn wir ein bisschen Ablenkung bieten können, ihnen ein Team geben können, auf dass sie stolz sein können, einen Grund zum Jubeln, dann können wir damit ein kleines bisschen Linderung bieten.“

Das Happy End verhindern will natürlich Washington, allen voran der russische Ausnahmekönner Owetschkin, der in seiner 13. Saison bei den Caps endlich den Stanley Cup in die Höhe recken will. Vorerst nur von der Bank aus dürfte der deutsche Nationaltorwart Grubauer mitfiebern, da Konkurrent Braden Holtby in den Playoffs überragend gehalten hat. Einen Grund für einen Wechsel gibt es nicht.

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