Gösweiner schießt die SV Elversberg zurück in die Spitzengruppe

Fußball : Gösweiner schießt die SVE in die Spitzengruppe

Der österreichische Stürmer trifft beim 4:1 gegen den Bahlinger SC erstmals für Elversberg. Jetzt geht’s gegen Kickers Offenbach.

Ganz im Stile eines Vollblut-Stürmers nahm Thomas Gösweiner den Ball in der 25. Minute an, drehte sich um seinen Gegenspieler und hämmerte die Kugel aus elf Metern ins lange Eck. Es war der 1:1-Ausgleich beim 4:1-Erfolg der SV Elversberg am Sonntag im Heimspiel gegen den Bahlinger SC. Gleichzeitig war es das erste Saisontor des Österreichers, der als Topstürmer in Elversberg angekündigt wurde, aber in den ersten vier Saisonspielen ohne Torerfolg blieb.

Nach seinem Treffer zog Gösweiner einen Sprint an und sprang dann mit ausgestreckten Armen in die Luft und schrie seine Erleichterung heraus. „Klar machst du dir Gedanken, wenn du so lange nicht triffst und eine Chance nach der anderen vergibst. Auch wenn wir als Mannschaft gut spielen und gewinnen, willst du als Stürmer immer treffen“, sagte Gösweiner.

Wie viele Gedanken sich die Elversberger Defensive beim Spielaufbau macht, ist allerdings noch nicht geklärt. In der 19. Minute spielte Innenverteidiger Torben Rehfeldt zwei katastrophale Fehlpässe ohne Gegnerdruck in der eigenen Hälfte und entschied sich danach, mit nach vorne zu gehen. Es folgte ein weiterer Elversberger Fehlpass und der logische Konter der Bahlinger, die aufgrund des Rehfehldt-Ausfluges in Überzahl waren. Amir Falahen zog aus 14 Metern ab und erzielte das 1:0 für die Gäste. Vor 981 Zuschauern an der Kaiserlinde war es allerdings der einzige krasse Defensiv-Fehler der Elversberger in den 90 Minuten. „Wenn Torben den Ball in der Offensive wieder bekommt, kann er vielleicht alleine auf das Tor zulaufen“, nahm SVE-Trainer Horst Steffen seinen Innenverteidiger nach dem Gegentor in Schutz.

Die SVE war ihrem Gegner ansonsten in allen Belangen haushoch überlegen. Gösweiner mit dem Kopf (38. und 42. Minute) sowie Israel Suero und Sinan Tekerci mit einer Doppelchance (45.) hätten schon vor der Pause für die SVE-Führung sorgen müssen. Nach dem Seitenwechsel traf dann erneut Gösweiner. 18 Meter vor dem Bahlinger Tor nahm der 24-Jährige den Ball direkt und traf links unten zum 2:1 (51.). „Ich hätte noch mehr Tore machen können, bin aber heute mit zwei Stück zufrieden“, sagte Gösweiner.

Auch Geburtstagskind Luca Dürholtz war zufrieden. Der 26-jährige SVE-Kapitän lauerte in der 59. Minute nach einer Flanke am zweiten Pfosten und drückte den Ball zum 3:1 über die Linie. Den Schlusspunkt setzte Sinan Tekerci, der nach einem Zuspiel von Manuel Feil das 4:1 erzielte. Feil regte sich nach dem Spiel aber trotzdem auf. Der Grund war eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters beim Stand von 1:0 für die Bahlinger. Suero wurde an der Strafraumgrenze gefoult, und Schiedsrichter Marcel Gasteier wollte dem Bahlinger die Gelbe Karte zeigen. Feil führte den Freistoß direkt aus, Dürholtz erzielte das 1:1, doch Gasteier pfiff die Situation zurück, da er die Karte noch nicht gezeigt hatte.

Die neuen Regeln sagen aber, dass das Tor hätte zählen müssen – und der Schiedsrichter die Karte auch nach dem Tor zeigen kann. „Der Schiri hat mir gesagt, dass ich keine Ahnung habe und er die Regeln besser kennt. Am Ende haben wir zwar trotzdem gewonnen, aber so etwas nervt einfach“, sagte Feil. Mit dem 4:1-Heimsieg hat die SVE den Anschluss an die Spitzengruppe wiederhergestellt und ist am kommenden Samstag (14 Uhr) zu Gast bei Tabellenführer Kickers Offenbach. Ein echtes Spitzenspiel also.

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