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Gösweiner erlöst die SVE in der Nachspielzeit

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Regionalliga Südwest : Gösweiner erlöst die SVE in der Nachspielzeit

Fußball-Regionalligist SV Elversberg spielt ungewohnt defensiv und sichert erst spät den 1:0-Erfolg gegen den VfR Aalen.

„Du denkst in dem Moment gar nichts mehr. Du siehst nur noch den Ball im Netz zappeln und weißt, dass das der Sieg ist. Das Gefühl ist unbeschreiblich“, sagte der eingewechselte Stürmer Thomas Gösweiner strahlend. Der Österreicher war der Matchwinner für die SV Elversberg, die im Jahresauftakt in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den VfR Aalen gefühlt den ganzen Dusel einer Rückrunde in nur einem Spiel aufgebraucht hat.

In der 93. Minute flankte Manuel Feil den Ball perfekt von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten, und dort köpfte Gösweiner den Ball zum 1:0-Sieg ins kurze Eck. Es war der einzige gelungene Angriff der SVE in den 90 Minuten plus Nachspielzeit. Zuvor fand die hochgelobte Offensive im ersten Spiel nach der Winterpause kaum statt.

„Wir haben aus dem 2:2 im Hinspiel gelernt und wollten gefährliche Konter der Aalener vermeiden“, erklärte SVE-Trainer Horst Steffen seine Taktik. Der 51-Jährige ließ von Beginn an überraschend beide Stürmer, Gösweiner und Del Angelo Williams, auf der Bank und brachte mit Mirza Mustafic einen zusätzlichen Mittelfeldspieler. Neuzugang Chance Simakala spielte im Sturm, zeigte seine Qualitäten, blieb aber weitestgehend harmlos allein vorne.

Zudem gab es den gefürchteten Sturmlauf der SVE nicht. Die Elversberger stellten den Gegner erst 30 Meter vor dessen Tor zu. Da auch der VfR Aalen kaum etwas riskierte, wurde es ein Mittelfeldgeplänkel. Torchancen gab es vor der Pause keine. Die sonst so gefährlichen Außen der SVE, Sinan Tekerci und Manuel Feil, konnten dies nicht unter Beweis stellen. „Es war kein Misstrauen in die eigenen Stärken. Der Fokus lag auf der Sicherheit“, sagte Steffen.

Was die SVE-Abwehr bot, war dagegen sicher. Torben Rehfeldt und Neuzugang Lion Schweers hielten in der Innenverteidigung dicht. „Es waren nicht nur wir zwei. Frank Lehmann im Tor und die Außenverteidiger Lukas Kohler und Fabian Baumgärtel haben das auch sehr stark gespielt. Es war insgesamt eine starke Defensivleistung“, erklärte Schweers zufrieden.

In der Halbzeit gab es dann aber eine Ansage von Steffen. Draufgehen und Pressing war nach der Pause angesagt. Zudem brachte der SVE-Trainer im Laufe der zweiten Hälfte mit Williams und Gösweiner beide Stürmer. Die bekannte SVE-Maschine kam ins Rollen, doch das bot auch Räume für den Gegner. Aalens Dijon Ramaj hatte in der 59. Minute die beste Chance für die Gäste. Doch Ramaj schoss den Ball freistehend über das Tor.

Danach waren die Gastgeber am Start. Mit Risiko und Offensiv-Kraft stürmte die SVE nach vorne. Gösweiner köpfte in der 74. Minute an den Pfosten, und in der 89. Minute scheiterte der Österreicher freistehend aus fünf Metern an VfR-Schlussmann Daniel Bernhardt. Doch dann kam die Nachspielzeit, der beste Angriff des Spiels und das umjubelte Tor des Österreichers – zum Leidwesen des Ex-SVE-Trainers Roland Seitz.

Aalens Trainer musste sich wie gewohnt von den Elversberger Fans den Sprechchor „Roland, Roland geh nach Haus“ anhören, regte sich aber nach dem Spiel auf. „Wir haben im Prinzip alles richtig gemacht. Wir haben nur eine gute Chance nicht genutzt und in der Nachspielzeit nicht gut verteidigt. Es ist sehr bitter, dass wir jetzt mit leeren Händen dastehen“, sagte Seitz, während der Elversberger Tekerci die ungewohnt defensive Taktik des Trainers verteidigte: „Aalen hat eine brutal stabile Abwehr, und wir haben im Hinspiel gesehen, dass wir fast verloren hätten. Wir können sicherlich besser spielen als heute, aber wir haben gewonnen – und nur das zählt.“