Görges hat jetzt den Durchblick

Görges hat jetzt den Durchblick

Limoges. Limoges ist weltberühmt für seine Porzellan-Manufakturen. Aber obwohl Julia Görges eine junge Frau mit vielen Interessen ist, dürften der Weltranglisten-19. die Vorzüge der Stadt im Herzen von Frankreich in diesen Tagen relativ egal sein. Das deutsche Fed-Cup-Team hat eine Mission - und ihr kommt dabei eine Schlüsselrolle zu

Limoges. Limoges ist weltberühmt für seine Porzellan-Manufakturen. Aber obwohl Julia Görges eine junge Frau mit vielen Interessen ist, dürften der Weltranglisten-19. die Vorzüge der Stadt im Herzen von Frankreich in diesen Tagen relativ egal sein. Das deutsche Fed-Cup-Team hat eine Mission - und ihr kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die 24-Jährige geht als deutsche Nummer eins ins Rennen, wenn das personell gebeutelte Team am Samstag und Sonntag gegen Gastgeber Frankreich in Limoges Teil eins seiner ersehnten Rückkehr in die Weltgruppe I der besten acht Nationen besiegeln will.

"Eine schöne Herausforderung"

"Es ist etwas Neues für mich. Eine Herausforderung, aber eine schöne. Ich freue mich darauf", sagt Görges über die ungewohnte Rolle als Anführerin, der sie gerecht wird, als sie betont: "Für uns spricht der Teamgeist. Aber auch, dass wir viele Fed Cups zusammen erlebt und Erfahrung damit gesammelt haben."

Görges jedenfalls steht nach den verletzungsbedingten Ausfällen der Weltranglistensechsten Angelique Kerber (Rückenprobleme) und Andrea Petkovic (Meniskus-OP) sowie dem relativ unverständlichen Verzicht von Mona Barthel ein intensives Wochenende bevor. In physischer wie mentaler Hinsicht.

Jetzt-erst-recht-Stimmung

Die Rechtshänderin aus Bad Oldesloe soll wie Sabine Lisicki zwei Einzel sowie an der Seite von Anna-Lena Grönefeld das Doppel bestreiten. Seit Dienstagabend ist das Quartett von Teamchefin Barbara Rittner in Limoges versammelt, nachdem Lisicki wegen ihrer Final-Teilnahme in Pattaya/Thailand erst zwei Tage nach dem Rest anreisen konnte.

Aufgrund der personell angespannten Situation hat Görges in den Trainingstagen auf dem roten Platz im Palais des Sports de Beaublanc bereits eine "Jetzt-erst-recht-Stimmung" im Team ausgemacht. Die Hoffnungsträgerin macht auch keinen Hehl daraus, dass der Fed Cup für sie bislang noch nicht die uneingeschränkte Erfolgsstory war. "Ich habe dort viele Erfahrungen sammeln können, sowohl positive als auch negative", sagt Görges, die im Nationalteam eine Bilanz von 4:6-Siegen aufweist.

Doch mittlerweile ist sie so gereift, dass sie nach einem Negativerlebnis nicht gleich den Kopf in den Sand steckt. Das war vor einem Jahr noch anders. "Ich habe aus diesen Situationen gelernt", versichert Görges, die auch sonst runderneuert in die Saison ging. In der Winterpause hat sie sich die Augen lasern lassen. Sie, die sich wegen ihrer Sehschwäche einst schon mal als "Maulwurf" bezeichnet hatte. Kein Wunder bei 6,25 beziehungsweise 4,75 Dioptrien. "Das Lasern war das Beste, was ich bisher gemacht habe. Ich habe jetzt ein Sehvermögen von 120 Prozent", berichtet Görges.

Kurios allerdings, wie es dazu kam. Professor Detlef Uthoff von der Augenklinik Kiel hatte den Vater von Kontaktlinsen-Trägerin Görges kontakiert, nachdem er ein Match der Fed-Cup-Spielerin gesehen und ihre Sichtprobleme auf dem Court erkannt hatte. Ein Glücksfall, denn Görges ist seither viel stärker. Beste Voraussetzungen also, um auch in der Porzellan-Hochburg Limoges den Durchblick zu behalten. sid

fedcup.com