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Gnadenlose Bestrafung

Bremen. Unbeirrt Richtung Meisterschaft: Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola überhört die Bremer Verbalattacken, und seine Spieler bestrafen den SV Werder mit einer ziemlich deutlichen 0:4-Niederlage. Sid-Mitarbeiterandreas Frank

Thomas Eichin hatte gestichelt, und der FC Bayern München stach vier Mal schmerzhaft zurück. "Wenn man gegen die Bayern die Ehrfurcht nicht ablegt, hat man keine Chance. Wir haben es verpasst, unser Publikum mitzunehmen", sagte Werder Bremens Geschäftsführer nach der 0:4 (0:2)-Schlappe gegen den deutschen Rekordmeister zerknirscht. Denn mehr als einen weitgehend mutlosen Auftritt auf dem Rasen, der so gar nicht zur verbalen Offensive des 48-Jährigen im Vorfeld passte, hatte Bremen nicht zu bieten.

Da war es auch kein Trost für Eichin, dass Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, anders als von Eichin befürchtet, bei seinen Entscheidungen nicht in Ehrfurcht vor den Bayern erstarrte, sondern fast ausnahmslos souverän und mit Augenmaß urteilte. Also musste Eichin auch an dieser Stelle zurückrudern: "Ich habe keinen Bonus gesehen." Und dass, obwohl der Unparteiische einräumte, in einer Szene in der 65. Minute den Norddeutschen unberechtigterweise einen Strafstoß vorenthalten zu haben. "Das zu sehen, ließ meine Position nicht zu", erklärte der Schiedsrichter.

Einen Bonus hätte das Starensemble von der Isar auch nicht gebraucht. Zu überlegen waren die Gäste gegen die durchaus engagierten, aber spielerisch überforderten Hanseaten. Der Auftritt des Tabellenführers war derart überzeugend, dass Trainer Pep Guardiola emotional wie selten seine Gefühle offenbarte: "Es ist eine Riesenehre für mich, Trainer dieser Mannschaft zu sein."

Mühelos und mit beeindruckender Leichtigkeit agierten die Gäste, da fiel den 42 100 Zuschauern im ausverkaufen Weserstadion eigentlich gar nicht auf, dass Franck Ribery und Arjen Robben verletzt fehlten, Xabi Alonso gelbgesperrt pausierte und Pepe Reina als Ersatz für Welttorhüter Manuel Neuer zwischen den Pfosten stand. "Wir haben nach dem 7:0 gegen Donezk gut in den Alltag zurückgefunden", sagte Weltmeister Thomas Müller , dessen sehenswerter Schlenzer in der 24. Minute den sechsten Ligasieg in Serie einleitete.

David Alaba in der 45. Minute per Freistoß und Robert Lewandowski (76. und 90.+1) komplettierten den Torreigen. Der klare Vorsprung ermöglichte auch Weltmeister Philipp Lahm eine achtminütige Kurz-Rückkehr nach viermonatiger Verletzungspause. "Unser Trainer hat eine klare Vorstellung von unserem Spiel, bei uns kennt jeder genau seine Aufgabe, und die Qualität der Spieler stimmt", fasste der Ex-Nationalspieler das Erfolgsgeheimnis des Tabellenführers zusammen. Der 31-Jährige ist nach eigener Aussage wieder komplett schmerzfrei. Eine Rückkehr in die Startelf bereits am kommenden Sonntag im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach käme wohl aber noch etwas zu früh.

Voreilig waren wohl auch diverse Hoffnungen an der Weser auf einen internationalen Wettbewerb. Aber: Bei 33 Punkten und zehn Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz muss man sich beim SV Werder zumindest um den Klassenverbleib nicht mehr ernsthaft sorgen. "So gesehen, nehmen wir diese Niederlage gern zum Lernen mit. Gegen die Bayern hatten wir einfach unser Limit erreicht, das hat man bei fast jeder Aktion gesehen", sagte Trainer Viktor Skripnik.