Gewalt gegen Schiedsrichter: SFV verschärft Strafen

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Angriffe auf Unparteiische : Gewalt gegen Schiris: Saar-Fußballverband verschärft die Strafen

Der Vorstand des Saarländischen Fußball-Verbands (SFV) hat sich am Donnerstagabend (17. Oktober) auf neue Bestimmungen geeinigt.

Demnach erhöhte der Verband die Befugnisse der Unparteiischen bei Zwischenfällen auf dem Spielfeld. Gleichzeitig setzte der Vorstand die Obergrenzen des Strafrahmens herauf. Nach Angaben des Verbandsschiedsrichter-Obmanns Volkmar Fischer kann ein Spieler jetzt mit bis zu 5000 Euro betraft werden. Vorher habe das Maximum bei 500 Euro gelegen, die das Sportgericht verhängen durfte.

Gleichzeitig sollen die Unparteiischen sensibilisiert werden, die Ordner zur Hilfe zu rufen, wenn es zu Übergriffen auf Kollegen kommt. Fischer: „Das durften sie bislang natürlich auch. Aber dieses Instrument zum Schutz der Schiedsrichter soll verstärkt eingesetzt werden.“

Auslöser für die drastische Anhebung der Strafen und der Schiedsrichter-Befugnisse sind Übergriffe auf Schiris in der jüngsten Zeit. Dabei war ein Betroffener in Merzig-Brotdorf krankenhausreif geschlagen worden. In einem weiteren Fall soll ein Spieler sein Opfer über den Platz gejagt haben. Um sich gegen solche Gewalttaten zu wehren, streikten Schiedsrichter landesweit ein Wochenende lang und brachten somit den Saar-Fußball einen Spieltag zum Erliegen.

Saar-Sportminister Klaus Bouillon (CDU) sprach sich darauf für raschere Verfahren aus. Dafür gibt es nun Ansprechpartner bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft. Entsprechender Kontakt zu den Beamten habe der SFV bereits aufgenommen. Dabei gehe es dem Verband darum, über diesen juristischen Weg außerhalb der Sportgerichtsbarkeit Verfahren zu relevanten Fällen anzustrengen.

Ungeachtet dessen befasse sich das Sportgericht des Fußballverbands mit einem Zwischenfall in Dudweiler. Während einer Partie in der Bezirksliga am Sonntag, 6. Oktober, soll ein Dudweiler Kicker nach einer roten Karte den Schiedsrichter angegriffen und über den Platz getrieben haben, bis ein Ordner das Opfer sicher in die Kabine geleitete. Dieser Darstellung hatte der gastgebende Verein kurz nach Bekanntwerden widersprochen. Fischer kündigte nun an, dass die mündliche Verhandlung demnächst vor dem Sportgericht anstehe.