Gewalt gegen Schiedsrichter im Saarland: Sportminister setzt Polizist ein

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Attacken auf Unparteiische : Saar-Sportminister sagt Schiedsrichtern Hilfe zu

Minister Bouillon will die Strafverfolgung nach Attacken auf Schiedsrichter beschleunigen. Bei der Polizei soll es dafür einen speziellen Ermittler geben.

Nach den jüngsten Übergriffen auf Schiedsrichter im saarländischen Fußball will Innen- und Sportminister Klaus Bouillon (CDU) einen Polizisten benennen, der sich vorrangig um derartige Fälle kümmert. Das hat Bouillon am Sonntagabend (15. September) während einer Zusammenkunft der Unparteiischen aus dem ganzen Land in St. Wendel-Winterbach angekündigt. „Es muss einen Ansprechpartner bei der Polizei geben, der unverzüglich solche Anzeigen aufnimmt“, sagte er der SZ. Der Minister rechnet damit, dass so Strafverfahren erheblich beschleunigt werden können. Der Saarländische Fußballverband (SFV) solle Informationen über Angriffe und Beleidigungen direkt an den Beamten übermitteln. Unberührt davon bleibe die Sportgerichtsbarkeit, die bei Zwischenfällen Sanktionen gegen Spieler, Vereine und Fans verhängen kann.

Dieser Kontaktpolizist erhalte zudem einen Ansprechpartner bei der Staatsanwaltschaft, der diese Fälle vorrangig bearbeiten soll, kündigte Bouillon an. Bereits an diesem Montag werde Bouillon einen Ermittler bei der Polizei für die neue Aufgabe benennen. „Ich gehe davon aus, dass dann Straftaten gegen Schiedsrichter innerhalb von zwei bis drei Tagen abgeurteilt werden können.“

Bouillon informierte darüber während einer Grillfeier in seiner Heimatstadt, zu der er nach wiederholten Attacken die Unparteiischen mit Partnern aus dem gesamten Saarland eingeladen hatte. Damit wollte er ihnen „Mut zusprechen und Respekt für ihre ehrenamtliche Arbeit zollen“, wie der Sportminister betonte. Bereits im Vorfeld dieser Veranstaltung hatte er in der SZ die „ganze Härte der Strafgesetze“ und raschere Verurteilung gegen Angreifer gefordert.

Zuletzt waren mehrfach Referees angegriffen worden. Ein Schiedsrichter erlitt schwere Verletzungen nach einer C-Junioren-Partie in Merzig-Brotdorf. Wenige Tage später flüchtete sich in Sulzbach ein Kollege nach Beschimpfungen und Tritten in seine Kabine, aus der er unter Polizeischutz zu seinem Wagen geleitet wurde. Wegen dieser und ähnlicher Angriffe waren an diesem Wochenende alle Spiele der Amateur-Klassen ausgefallen. Der Verbandsschiedsrichterausschuss sowie der SFV waren überein gekommen, damit ein Zeichen für fairen Umgang im Sport zu setzen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung