Gestatten, die ForkelsEine bierernste Angelegenheit

Zunächst las sich der Biersponsoren-Wechsel beim FCS prima. Mehr Fanaktionen sollte es geben - und vielleicht am wichtigsten: Für jedes Saarbrücker Tor versprach Bitburger Fans am Saisonende Freibier

Zunächst las sich der Biersponsoren-Wechsel beim FCS prima. Mehr Fanaktionen sollte es geben - und vielleicht am wichtigsten: Für jedes Saarbrücker Tor versprach Bitburger Fans am Saisonende Freibier. Doch lag da nicht von Anfang an ein Gefühl des Zweifels, ja gar des Misstrauens gegenüber der Eifeler Brauerei in der Luft?Einige Überlegungen später stellte der Pessimist in mir eine These auf, die durch Gerüchte vom Abschluss der FCS-Kaderplanungen bestätigt scheint. Einen neuen Stürmer soll es nicht geben. Geldmangel? Transferpolitische Uneinsichtigkeit der Führungsetage?

Mitnichten! Ein Freibier-Versprechen ist für eine Brauerei nur rentabel, wenn sich die Anzahl der Tore im überschaubaren Rahmen bewegt, das kostenlose Bier in Maßen denn Massen fließt. Hat Bitburger ins "umfangreiche, gut verhandelte" Vertragspaket eine Klausel eingebracht, die die Verpflichtung eines Tor-Krachers verbietet? Haben die Füchse in der FCS-Führung den Vertrag unterzeichnet, weil sie wussten, dass dem Fehlen eines Knipsers zum Trotz der FCS vergangene Saison die meisten Tore in der Liga erzielte? Lässt sich so nicht auch die unglückliche Kommunikation zwischen Präsident und Schatzmeister in der Sache erklären? Hatten alle Sponsoren-Kritiker nicht doch recht?

Na klar! Ich hoffe auf weitere "Jena-Spiele". Damit es heißt: Bitte ein (weiteres) Gratis-Bit! Und so am Ende der Liga-Verbleib begossen werden kann. Übrigens: Wer am Ende nicht den "Freibiergesicht"-Titel haben möchte, sollte morgen den FCS unterstützen. Für Bier und Punkte.Saargemünd. "Ich habe sein Foto in der Zeitung gesehen. Da habe ich gesagt: Diesen Mann werde ich heiraten." Corinna Forkel hat ihren Plan umgesetzt. Das war vor über elf Jahren. "Ich wurde damals von Greuther Fürth nach Fulda ausgeliehen", erinnert sich ihr Ehemann Martin. Der Abwehrspieler des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken sagt: "Corinnas Freundin war mit unserem Torwart zusammen. Die beiden haben uns verkuppelt." Heute wohnt Familie Forkel am Ortsrand von Saargemünd. "Die letzten Umzugskartons sind verschwunden, die Küche funktioniert und seit einer Woche haben wir auch Fernsehen", erzählt die 33 Jahre alte gelernte Bürokauffrau Corinna, die den Großteil des Umzugs von Koblenz nach Frankreich organisieren musste: "Martin war ja im Training."

Jetzt nimmt das Leben der Forkels wieder Routine an. Die Söhne Gian-Luca, 10, und Alessio, 6, gehen in Hanweiler zur Schule. Martin bringt sie hin und holt sie meistens auch ab. "Es ist richtig toll hier", sagt Gian-Luca, der sich mit der neuen Umgebung schnell angefreundet hat. Auch Alessio ist glücklich: "Hier sind alle sehr nett zu uns." Damit das noch besser wird, wollen Corinna und Martin einen Französisch-Kurs belegen, um sich besser mit den neuen Nachbarn verständigen zu können. "Das ist das Schöne am Beruf Fußball-Spieler. Man lernt immer neue Menschen kennen, neue Städte und jetzt sogar ein neues Land", sagt der 31 Jahre alte Martin. "Als Spielerfrau ist das nicht so einfach", ergänzt Corinna, "besonders, weil die Familie nicht in der Nähe ist". Vielleicht ist den Forkels der Wechsel von der TuS Koblenz zum FCS gerade deshalb leicht gefallen. Corinnas Eltern stammen aus dem Saarland: "Ich habe hier noch Tanten und Verwandte."

Die Integration in die Mannschaft ist dem "ruhigen Menschen, tollen Vater und super Ehemann" (Corinna über Martin) leicht gefallen. "In der Truppe kannst du mit niemandem Krach bekommen", sagt Martin. Wenn er und die anderen FCS-Spieler morgen, 14 Uhr, gegen den SV Sandhausen einen Heimsieg einfahren wollen, wird Corinna wie immer auf der Tribüne sitzen: "Ich bin dann immer aufgeregt, kann den ganzen Tag nichts essen." Martin bleibt seinem Naturell entsprechend pragmatischer. "Sandhausen will oben mitspielen und steht nach dem nicht optimalen Start unter Druck. Wir müssen ruhig bleiben, auf unsere Chance warten." Und die dann nutzen - wie Corinna damals bei Martin.

Zur Person

 Martin Forkel, seine Frau Corinna und die Söhne Gian-Luca (links) und Alessio fühlen sich in der neuen Heimat wohl. Foto: Wieck

Martin Forkel, seine Frau Corinna und die Söhne Gian-Luca (links) und Alessio fühlen sich in der neuen Heimat wohl. Foto: Wieck

Der in Coburg geborene Martin Forkel spielte für Greuther Fürth, Borussia Fulda, Wacker Burghausen und TuS Koblenz 164 Mal in der 2. Liga. Beim 1. FC Saarbrücken bestritt der 1,71 Meter große Verteidiger bislang alle Punktspiele (ein Tor). cor

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