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Gericht hebt Kündigung auf: Reisingers Vertrag beim FCS läuft weiter

Saarbrücken. Patric Cordier

Das Arbeitsgericht Saarbrücken hat gestern die fristlose Kündigung des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken gegenüber seinem Spieler Stefan Reisinger aufgehoben. Der FCS hatte den Stürmer gefeuert, weil er Fotos von Trainer Fuat Kilic auf der Toilette gemacht haben soll. Die Richterin am Arbeitsgericht schloss sich der Argumentation des Vereins nicht an. Reisingers Vertrag als Spieler läuft somit bis 2016 weiter, sein Anschlussvertrag bei der Victor's-Gruppe bis 2021.

"Das schriftliche Urteil ist noch nicht zugestellt, darum möchte ich dazu noch nichts sagen", erklärte Reisinger gestern gegenüber der Saarbrücker Zeitung: "Nur so viel: Ich bin sehr froh, dass die Gerechtigkeit gesiegt hat." Beim 1. FC Saarbrücken sieht das anders. "Die Richterin meinte, das Beobachten und Fotografieren von Arbeitskollegen und Vorgesetzten reiche nicht für eine fristlose Kündigung. Unter Fußballern und Bauarbeitern mache man so etwas halt manchmal", sagte FCS-Schatzmeister Dieter Weller: "Das Urteil ist skandalös. Die Tat ist respektlos und verwerflich. So etwas kann man doch nicht nur mit einer Abmahnung bestrafen." Der 1. FC Saarbrücken werde in die Berufung gehen.

"Unser Vertrag mit Herrn Reisinger war nicht Gegenstand der Verhandlung vom Mittwoch", sagte Victor's-Sprecher Peter Müller gestern. Er ergänzte: "Wenn uns das Urteil des Arbeitsgerichts vorliegt, wird sich unsere Rechtsabteilung damit beschäftigen und für das Unternehmen bewerten."