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Gensheimer glaubt an rosige Zukunft

Uchtelfangen. Bei einem Sponsorentermin in Uchtelfangen ging Handball-Ass Uwe Gensheimer von den Rhein-Neckar Löwen nicht nur auf Tuchfühlung mit den saarländischen Fans, er stand auch der SZ Rede und Antwort. Sebastian Zenner

Nach anderthalb Stunden Anfahrt traf Uwe Gensheimer am vergangenen Freitagnachmittag auf die Sekunde genau in Uchtelfangen ein. Der Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft gab beim Sportartikel-Händler Pelkotex eine Autogrammstunde und traf dort auf zahlreiche Handball-Fans aus der Umgebung. Die erlebten einen gut gelaunten Star, der geduldig alle Autogramm- und Fotowünsche erfüllte. Zwei Tage später legte sich die Laune des wohl besten Linksaußen der Welt, nachdem er mit seinen Rhein-Neckar-Löwen beim ungarischen Vertreter Pick Szeged aus der Champions League ausschied.

Besuch in Uchtelfangen


Organisator und Pelkotex-Geschäftsführer Frank Pelkovski strahlte über beide Ohren, als der Nationalspieler mit seinem Sportwagen auf dem Hof der Firma vorfuhr. Den Kontakt zu Gensheimer hatte ein Sponsor hergestellt. "Wir haben es geschafft, in Deutschland wieder eine Euphorie für den Handball anzufeuern. Wenn man alles mit Abstand betrachtet, können wir zufrieden sein", sagt Gensheimer rückblickend zur WM in Katar im Januar. Zwar reichte es am Ende nur für Platz sieben - aber: "In der Art und Weise, wie wir dort aufgetreten sind, haben wir auf jeden Fall zu den besten Teams gehört."

Wichtiger als die Vergangenheit ist für den Kapitän der Nationalmannschaft die Zukunft unter dem neuen Trainer Dagur Sigurdsson. Junge Spieler wie Paul Drux (20) rücken nach und spielen sich langsam aber sicher in den Vordergrund. Nachschub kommt auch aus dem Saarland . Der Völklinger Yves Kunkel (20, GWD Minden ), wie Gensheimer Linksaußen, gehört zum erweiterten Kreis des Nationalteams. Gleiches gilt für Rückraumspieler Tim Suton (18), der zur laufenden Saison von Zweitligist HG Saarlouis zunächst zu den Löwen wechselte. Um Spielpraxis zu bekommen, ging er im November zum TBV Lemgo mit der Option, zu den Löwen zurückzukehren.

"Ich glaube, dass wir eine wirklich gute Zukunft mit der Nationalmannschaft haben. Man muss bedenken, dass wir erst seit Oktober mit Dagur zusammenarbeiten und vor der WM nur zwei Maßnahmen hatten", sagt Gensheimer: "Dafür lief schon vieles sehr gut. Dagur ist auch der Typ, der punktuell den einen oder anderen jungen Spieler heranführen wird. Das hat er ja schon bei der WM gemacht." Auch Kunkel und Suton räumt Gensheimer gute Chancen im Nationaldress ein: "Wenn sich die beiden weiterhin in der Bundesliga etablieren können, werden sie mit Sicherheit auch in der A-Nationalmannschaft Fuß fassen."

Ganz allgemein sieht Gensheimer die Nachwuchsarbeit im deutschen Handball auf einem guten Weg. "Es hat sich einiges getan. Zum Beispiel wurden Mentoren eingeführt, um den Jungs zu helfen. Für mich als Außenspieler war es einfacher, im Herrenbereich Fuß zu fassen, als für einen Rückraumspieler. Aber nichtsdestotrotz wird sich die Qualität durchsetzen - egal auf welcher Position", sagt der gebürtige Mannheimer, der den Aufstieg der Löwen vom Zweitligisten zum Europapokalsieger 2013 und Champions-League-Teilnehmer mitgemacht hat. Unter anderem stand er mit Christian Schwarzer (2007 bis 2009), heute U18-Nationaltrainer und Jugendkoordinator des Handballverbandes Saar, auf dem Feld.

Kampf um Meisterschaft

Die positive Entwicklung soll sich fortsetzen und nicht, wie beispielsweise bei Ligakonkurrent HSV Hamburg , in finanziellen Problemen enden. "Wir mussten eine solche Situation auch schon mal durchmachen, nachdem ein Großinvestor leider ausgestiegen ist, aber diese Phase haben wir überwunden. Ich denke, dass wir zu einer sehr interessanten Adresse geworden sind", meint Gensheimer über seinen Verein, der letzte Saison nur aufgrund des um zwei Tore schlechteren Torverhältnisses nicht deutscher Meister, sondern Zweiter hinter dem THW Kiel wurde. Auch aktuell liegen die Mannheimer knapp hinter Kiel auf Rang zwei. "Wir werden auf jeden Fall weiter Gas geben und hoffen, dass wir bald den ersten nationalen Titel hochhalten können", kündigt Gensheimer an.