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„Genie“ in der Krise

„Genie“ in der Krise

Eugenie Bouchard wurde bereits als kommende Nummer eins der Tennis-Welt gefeiert. In Madrid kassierte die 21-jährige Kanadierin jetzt die fünfte Pleite in Folge. Abseits des Platzes sorgt das „Genie“ immer wieder für Skandale.

Auch eine Chris Evert kann sich mal irren. Es ist erst ein paar Monate her, da prognostizierte die große Dame des Tennissports der Kanadierin Eugenie Bouchard eine atemberaubende Saison 2015. Denn: "Genie ist robust wie Marmorstein." Mittlerweile dürfte die US-Ikone Evert (60) ihre Einschätzung etwas relativiert haben. "Miss Perfect" Bouchard (21) jedenfalls erinnert derzeit auf dem Court eher an einen instabilen Klapptisch als an widerstandsfähigen Marmor.

Beim WTA-Turnier in Madrid setzte sich die Pleitenserie der Wimbledon-Finalistin von 2014 fort, die nach ihrem Durchbruch im vergangenen Jahr bereits als die kommende Nummer eins gefeiert wurde. Bei der Erstrunden-Niederlage gegen Barbora Strycova (Tschechien) am Sonntag führte Bouchard bereits mit 6:0, 3:1, gab die Sätze zwei und drei allerdings noch mit jeweils 3:6 ab.

Es war die fünfte Schlappe der Weltranglistensechsten in Serie. Kritiker behaupten, der 2014 abgeschlossene Millionen-Deal mit dem Vermarktungsriesen IMG hätte der Blondine den Kopf verdreht. Zumal dieser auch einen Model-Vertrag beinhaltet. "Wer mich kennt, weiß, dass für mich nur Tennis zählt. Und der Erfolg", entgegnet Bouchard. Das kann Laura Robson bestätigen. Der britischen Kollegin kündigte Bouchard nach elf Jahren die Freundschaft. Zum Grund sagte sie: "Der Tenniszirkus ist nicht der Ort, um Freunde zu haben."

Überhaupt fällt die aus Montreal stammende Kanadierin abseits des Courts immer wieder durch recht eigenwillige Verhaltensweisen auf. Vor ein paar Wochen verweigerte sie vor dem Fed-Cup-Duell gegen Rumänien ihrer Gegnerin Alexandra Dulgheru den Handschlag. Begründung: "Ich glaube einfach nicht daran, dass es gut ist, meiner Kontrahentin vor dem Spiel Glück zu wünschen."