| 00:00 Uhr

Gelungene Titelverteidigung

Kontiolahti. Nach dem letzten Schießen und einer starken Laufleistung war sich Fourcade sicher: Er hat seinen WM-Titel verteidigt. Die deutschen Goldhoffnungen Schempp und Lesser erwischten nicht ihren besten Tag. Sid-Mitarbeiterthomas Wolfer

Simon Schempp glänzte in der Loipe, Erik Lesser überzeugte am Schießstand - belohnt wurden aber beide nicht: Die deutschen Goldhoffnungen haben im Einzel der Biathlon-WM im finnischen Kontiolahti die Medaillenränge letztlich klar verpasst. Während Schempp über 20 km trotz einer überragenden Laufleistung nur den achten Platz belegte, musste sich der läuferisch nicht ganz so starke Verfolgungs-Weltmeister Lesser mir Rang 18 begnügen.

"Es war ein ganz wichtiges Rennen für mich. Ich bin mit wenig Selbstbewusstsein in das Rennen gegangen", sagte Schempp in der ARD . Der Schwabe hatte nach einem schwachen Sprint die Verfolgung verpasst, mit dem Einzel "bin ich aber wirklich sehr zufrieden. Aber man braucht ein Super-Ergebnis, um ganz vorne anzugreifen."

Seinen ersten Sieg in Finnland feierte der Gesamtweltcup-Führende Martin Fourcade. Der Einzel-Olympiasieger aus Frankreich verteidigte seinen WM-Titel trotz einer Strafminute erfolgreich vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen (+20,9 Sekunden zurück). Bronze ging an den Tschechen Ondrej Moravec (+40,5). Die Franzosen, Norweger und Tschechen werden auch am Samstag (16.30 Uhr/ARD ) die ärgsten Rivalen sein, wenn die deutschen Skijäger im Team eine Medaille holen wollen. Über 4x7,5 km gehört die DSV-Staffel zumindest zum erweiterten Favoritenkreis auf Gold, zweimal hatte es in diesem Winter im Weltcup bereits zum zweiten Platz gereicht.

Schempp, der in der Loipe die drittbeste Zeit ablieferte, bekam im zweiten und dritten Anschlag jeweils eine Strafminute aufgebrummt - zuviel für Edelmetall. "Die Form passt aber auf alle Fälle. Das war ein guter Schritt nach vorne", sagte Schempp, der mit zuvor drei Saisonsiegen war er als einer der heißesten Medaillenkandidaten nach Nordkarelien gereist. Die bislang einzige Medaille bescherte den deutschen Männern aber Lesser.

Der 26 Jahre alte Thüringer lieferte am Schießstand eine gute Leistung ab, in der Loipe fehlten ihm aber die notwendigen Körner. "Desolate Laufleistung", sagte Lesser kurz und knapp, "das war nicht das, was ich kann." Ganz sicher zu wenig, um ins Rennen um die Medaillen einzugreifen.

Nach der ersten WM-Goldmedaille seit drei Jahren greifen die Biathletinnen heute in Kontiolahti (17.15 Uhr/ARD ). Wie der Deutsche Skiverband mitteilte, wird Franziska Hildebrand als Startläuferin ins Rennen gehen, danach folgen Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Schlussläuferin Laura Dahlmeier. "Unser Ziel ist schon klar eine Medaille. Es wäre unrealistisch, wenn wir sagen, dass wir nur unter die Top sechs wollen", sagte Hinz, die genau wie Preuß erstmals in einer deutschen WM-Staffel eingesetzt wird. Das junge Quartett hatte im Saisonverlauf überraschend zwei Staffelsiege in Hochfilzen und Antholz gefeiert und gehört damit zu den heißen Medaillenkandidaten.