| 20:32 Uhr

„Gelbsucht-Verdacht“ lässt Trainer Schuster kalt

Darmstadt. sid

Dirk Schuster reagierte gleichgültig. Als sei er immun gegen die "üble Nachrede". Natürlich hatte der Trainer des Fußball-Bundesligisten Darmstadt 98 registriert, dass es in diesen Tagen reichlich Diskussionen gab. "Das haben wir wahrgenommen, aber es hat uns nicht groß interessiert", sagte Schuster vor dem Spiel an diesem Samstag beim Rekordmeister FC Bayern München (15.30 Uhr/Sky).

Für Aufsehen hatte die Tatsache gesorgt, dass gleich fünf Darmstädter an diesem Wochenende gelb-gesperrt sind. Also fast die halbe Mannschaft des bislang so tapfer kämpfenden Aufsteigers. Kapitän Aytac Sulu, Jérôme Gondorf, Marcel Heller, Peter Niemeyer und Konstantin Rausch wurden in der Partie gegen Bayer Leverkusen (1:2) verwarnt. Und alle mussten sich später den Vorwurf gefallen lassen, sie hätten sich ihre Karten bewusst "abgeholt", um gegen die Bayern nicht mitzuspielen - dafür aber am 27. Februar in der Partie beim direkten Abstiegskonkurrenten Werder Bremen .

Belastend kam hinzu: Sulu (84. Minute), Heller (85.), Niemeyer (88.) und Rausch (90.) hatten ihre Verwarnungen in der Schlussphase innerhalb von sechs Minuten kassiert. Sulu reagierte auf etwaige Spekulationen gereizt: "Es ist egal, wo man gesperrt ist."

Schuster war um Sachlichkeit bemüht: "Jeder, der ein Spiel gegen die Bayern vor der Brust hat, möchte spielen. Es geht ja auch um Einsätze, Prämien und Reputation." Er glaube nicht, dass ein Profi freiwillig auf diese Gelegenheit verzichte. Freiwillig vielleicht nicht, aber das bleibt weiter reine Spekulation.