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Fußball-Bundesliga: Gelbe Wand sorgt für Titelträume

Fußball-Bundesliga : Gelbe Wand sorgt für Titelträume

Borussia Dortmund feiert unter Trainer Peter Bosz einen fantastischen Saisonstart.

Berauscht vom neuen Defensiv-Rekord nahm Roman Bürki kein Blatt mehr vor den  Mund. „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften“, sagte Borussia Dortmunds Torhüter nach dem 3:0 (1:0) des Tabellenführers beim Hamburger SV mit einem Grinsen und verblüffte seine Zuhörer mit dieser ziemlich unverblümten Kampfansage an die Bayern.

Ansonsten gaben sich Spieler und Verantwortliche alle Mühe, den famosen Liga-Start des BVB als schöne Momentaufnahme abzutun. „Wir wollen eine gute Saison spielen, allerdings wissen doch alle, wie es am Ende ausgeht: Da werden die Bayern Meister“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. Und auch Bürki fand schnell zurück in den offiziellen Vereinsmodus. Es sei ja doch irgendwie der „falsche Zeitpunkt“, um auf die Tabelle zu schauen. An diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) empfängt Dortmund die Mönchengladbacher zum Borussia-Duell.

Bei den Fans sorgt der imponierende Saisonstart mit vier Siegen aus fünf Spielen längst für das Erwachen zarter Titelträume. Denn unter dem neuen Trainer Peter Bosz läuft nicht bloß die Offensive (13 Treffer, Liga-Bestwert) wie geschmiert. Dank des neuen Bosz-Betons hält plötzlich auch die Abwehr dicht. Die ersten fünf Spiele ohne Gegentor bedeuten einen neuen Club-Rekord. Sogar europaweit ist Dortmund spitze, einzig AEK Athen (erst vier Saisonspiele) hat ebenfalls eine weiße Weste. Dabei hatte der BVB gerade in der Saisonvorbeitung größte Probleme mit der Systemumstellung unter Bosz. Und nicht zu vergessen: Zahlreiche Topspieler wie Marco Reus, André Schürrle, Marc Bartra oder Marcel Schmelzer sind verletzt.

„Wieder kein Gegentor, wieder drei Tore gemacht – ich bin stolz auf meine Mannschaft“, lobte Bosz sein Team nach einer starken Vorstellung. Shinji Kagawa (24. Minute), Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (63.) und Christian Pulisic (79.) erzielten die Treffer im Hamburger Volkspark und sorgten damit für den 750. BVB-Sieg in der Bundesliga-Geschichte. Bestnoten erhielt aber vor allem Neuzugang Andrej Jarmolenko. Der Ukrainer kommt bei der Borussia immer besser in Schwung, spielte die HSV-Abwehr ein ums andere Mal schwindelig und bereitete erneut einen Treffer vor. „Er ist ein Top-Spieler und bringt uns nach vorne“, sagte Nuri Sahin: „Aus der Ukraine zu kommen und sich so zu integrieren, das ist charakterstark.“ Über den nach Barcelona abgewanderten Ousmane Dembélé spricht in Dortmund schon längst keiner mehr.