Gedämpfte Vorfreude

Die desaströse Leistung bei der Heimpleite gegen den Tabellenvorletzten Oberhausen wirkt nach. Deswegen halten sich die Basketballerinnen aus Saarlouis vor dem Spiel gegen Wasserburg merklich zurück.

Drei Paar Straßenschuhe stehen vor dem Parkett in der Saarlouiser Stadtgartenhalle, daneben drei Trainingstaschen und ebenso wenig Basketballerinnen auf dem Feld, die ein vorgegebenes Wurfprogramm aus den verschiedensten Positionen und Distanzen abspulen. Drei Spielerinnen, die in der großen Halle so verloren wirken wie ihre gesamte Mannschaft am vergangenen Sonntag bei der desaströsen Niederlage gegen NB 92 Oberhausen (48:55). Mehr Training war nicht am Freitag bei den Bundesliga-Basketballerinnen der Saarlouis Royals vor dem Heimspiel gegen Spitzenreiter TSV Wasserburg an diesem Sonntag um 15 Uhr.

Vor der Partie gegen die beste deutsche Mannschaft wirkt die Niederlage gegen Oberhausen wie ein Stimmungstöter. Nicht nur weil es zu Hause war, sondern weil damit auch die Serie von vier Erfolgen hintereinander zu Ende ging. "Wir wissen alle, was wir falsch gemacht haben", sagt Center-Spielerin Kayla Tetschlag, "wir müssen einfach von Anfang an konzentriert und fokussiert sein". Die Maßnahme des Trainers folgte diese Woche auf den Fuß. "Die Niederlage hatte sich letzte Woche bereits im Training angedeutet", sagt René Spandauw, der die Mannschaft deshalb an ihrem freien Montag zum Extra-Training bat, um ihr stattdessen am Donnerstag frei zu geben, damit sie mit einem Fünf-Kilogramm-Truthahn das Fest "Thanksgiving" feiern kann.

Auch ein Sieg gegen den Tabellenvorletzten am vergangenen Sonntag hätte an der Favoritenrolle der Wasserburgerinnen nicht gerüttelt. Sie wird jetzt nur verstärkt. "Eigentlich dürften sie in dieser Saison überhaupt kein Spiel verlieren", findet Spandauw und fügt hinzu: "Haben sie aber schon." Der Royals-Trainer wittert also, trotz der zuletzt wenig überzeugenden Leistung seiner Mannschaft, eine Chance. Wie vor etwa einem Jahr, als Saarlouis als Zweitligist die Wasserburgerinnen sensationell aus dem DBBL-Pokal (76:73) geworfen hat. Doch das war vergangene Saison.

"Wir haben nichts zu verlieren und können eigentlich nur gewinnen", sagt Aufbauspielerin Levke Brodersen, "wir wollen uns auf keinen Fall vorführen lassen". So locker die Saarlouiser Mannschaft ins Spiel gehen könnte, so in sich gekehrt wirken die Spielerinnen an diesem Freitag beim Wurftraining. Erst die US-Amerikanerinnen Tetschlag, Keisha Hampton und Brittany Kennedy, die die Wurfgruppe mit Laura Rahn, Sandra Wimmer und Brodersen ablöst, scherzen gelegentlich. Die Stimmung ist halt gedrückt vor dem Schlagerspiel gegen Spitzenreiter Wasserburg.

Dabei ist es "viel wichtiger, dass wir die Spiele gegen die Mannschaften, die in der Tabelle hinter uns stehen, gewinnen", sagt Royals-Geschäftsführer Dieter Therre, "und uns in der Tabelle weiter nach oben orientieren". Das Saisonziel bleibt ein Platz unter den ersten Acht, um am Ende um die Meisterschaft mitspielen zu können. "Die Stimmung in der Mannschaft ist gut", versichert Trainer Spandauw, "ob sie das Oberhausen-Spiel weggesteckt hat, werden wir erst am Sonntag sehen". Und dann sollten die Spielerinnen in der Halle nicht verloren wirken.