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Gedämpfte Erwartungen

Gedämpfte Erwartungen

Köllerbach. Unter der Woche gab es für die Ringer des KSV Köllerbach etwas zu feiern. Alfons Speicher, der zweite Vorsitzende des Bundesligisten, vollendete am Dienstag sein 60. Lebensjahr. Auch Thomas Geid, Cheftrainer des KSV, feierte mit - aber nicht allzu lange. Schließlich hatte er am Mittwoch Frühdienst auf seiner Dienststelle bei der Polizei

Köllerbach. Unter der Woche gab es für die Ringer des KSV Köllerbach etwas zu feiern. Alfons Speicher, der zweite Vorsitzende des Bundesligisten, vollendete am Dienstag sein 60. Lebensjahr. Auch Thomas Geid, Cheftrainer des KSV, feierte mit - aber nicht allzu lange. Schließlich hatte er am Mittwoch Frühdienst auf seiner Dienststelle bei der Polizei.Ob es in der neuen Saison viel zu feiern gibt für die Mattenfüchse aus dem Köllertal? Thomas Geid kann diese Frage natürlich noch nicht beantworten. "Unser Saisonziel ist das Erreichen der Playoffs", sagt er. Also eigentlich wie immer - und wie es sich auch für den Meister der Jahre 2007, 2008 und 2009 und letztjährigen Halbfinalisten gehört.

Aber die Situation hat sich geändert. "Die Runde wird brutal hart", glaubt Geid, "alleine das Erreichen der Playoffs wird ein hartes Stück Arbeit." Grund dafür sei die Stärke der Staffel West, in der der KSV Köllerbach antritt. Viele Teams hätten aufgerüstet, dazu komme mit dem ASV Nendingen, dem Auftaktgegner des KSV an diesem Samstag (19.30 Uhr, Kyllberghalle in Köllerbach), ein bärenstarker Aufsteiger. Geid hat sechs Playoff-Kandidaten ausgemacht - für nur vier Plätze. "Zwei Große werden ins Gras beißen", sagt Geid.

Damit einer der beiden nicht der KSV sein wird, haben sich auch die Köllerbacher im Rahmen ihrer Möglichkeiten verstärkt. Emil Milev, Luben Iliev (beide Bulgarien), Pavlo Oliynik (Ukraine), Jimmy Lidberg (Schweden), Naranbaatar Bayaraa (Mongolei), Elis Guri (Albanien) sowie die beiden Deutschen Martin Daum und Konstantin Völk tragen künftig das KSV-Trikot. Teils klangvolle Namen, die auch schon auf internationaler Ebene Medaillen errungen haben. Mit dem Stamm der vergangenen Jahre, angeführt vom starken deutschen Trio Jan Fischer, Konstantin Schneider und Andriy Shyyka, ist der KSV Köllerbach auf jeden Fall mehr als konkurrenzfähig.

Wer von den internationalen Neuzugängen am Samstag in der Kyllberghalle zu sehen sein wird, ist noch unklar. Schuld daran hat die Weltmeisterschaft in Moskau (6. bis 12. September). "Für viele Länder ist die WM der absolute Höhepunkt im Jahr", erzählt Geid, "da bekommen die Athleten von ihren Landesverbänden nur bedingt die Freigabe."

Aber ganz gleich, wen Geid auf die Matte schickt - der Cheftrainer will auf Sieg ringen. "Unnötige Niederlagen dürfen wir uns nicht erlauben", mahnt Geid, "Nendingen hat neun oder zehn Neuzugänge und hat sich nicht gescheut, auch an Athleten von großen Vereinen ranzugehen. Da müssen wir richtig Gas geben."

Gas geben im alten und zugleich neuem Umfeld Kyllberghalle. Denn "unser Wohnzimmer", wie Geid die Halle liebevoll nennt, stand dem KSV lange Zeit wegen Renovierungsarbeiten (neue Stromleitungen, neue Fenster) nicht zur Verfügung. "Wir mussten unsere Saisonvorbereitung in der Rathausturnhalle absolvieren", sagt der Trainer, "da gibt es keinen Kraftraum, keine Sauna - da konntest du nur die Matte auf den Boden legen und fertig." Seit gestern Abend liegt die Matte aber Gott sei Dank wieder in der Kyllberghalle - und einem ersten Saisonsieg mit einer anschließenden kleiner Feier steht zumindest rein organisatorisch nichts im Weg. "Alleine das Erreichen der Playoffs wird ein hartes Stück Arbeit."

Thomas Geid, Cheftrainer des Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach

Auf einen Blick

Das Aufgebot des Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach: 55 Kilo: Marc-Antonio von Tugginer, Vladimir Togousov; 60 Kilo: Naranbaatar Bayaraa, Venelin Venkov; 66 Kilo: Martin Daum, Manuel Pitz, Ismail Redzhep, Emil Milev, Erdi Dincay; 74 Kilo: Andriy Shyyka, Timo Badusch, Konstantin Schneider, Konstantin Völk; 84 Kilo: Gabriel Seregeliy, Jan Fischer, Luben Iliev; 96 Kilo: Pavlo Oliynik, Kevin Arend, Elis Guri; 120 Kilo: Dimitar Kumchev, Jimmy Lidberg. mwe