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Fußball-Regionalliga
„Ganz optimal ist das alles nicht“

Völklingens Trainer Günter Erhardt (Zweiter von rechts) musste in den meisten Trainingseinheiten der Winterpause auf zwei wichtige Spieler verzichten. Er muss nun improvisieren – und auf Neuzugang Thomas Birk hoffen.
Völklingens Trainer Günter Erhardt (Zweiter von rechts) musste in den meisten Trainingseinheiten der Winterpause auf zwei wichtige Spieler verzichten. Er muss nun improvisieren – und auf Neuzugang Thomas Birk hoffen. FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. Mit Rouven Weber und Milan Ivana haben gleich zwei Führungsspieler des SV Röchling Völklingen die Vorbereitung komplett verpasst. Vor dem Jahresauftakt am Sonntag beim VfB Stuttgart II hat Trainer Günter Erhardt daher Sorgen. Ralph Tiné

Bevor der SV Röchling Völklingen mit der Partie beim VfB Stuttgart II am kommenden Sonntag um 14 Uhr in die Restrunde der Fußball-Regionalliga Südwest startet, hängen dunkle Wolken über dem Aufsteiger. Die schwierige personelle Situation trübt bei den Verantwortlichen die Stimmung. „Mit Rouven Weber und Milan Ivana haben gleich zwei Führungsspieler die Vorbereitung komplett verpasst. Wann die beiden zurückkehren werden, ist noch nicht absehbar. Das ist ein großes Problem“, beschreibt Günter Erhardt die Malaise. Kapitän und Abwehrchef Weber (Muskelfaserriss) und Offensivmann Ivana (Syndesmoseband) laborieren noch immer an ihren Verletzungen, die sie bereits vor der Winterpause schachmatt gesetzt hatten. Und nicht nur die beiden Leistungsträger bereiten dem SVR-Trainer Sorgen.


Nachdem Torwart Jean-François Kornetzky (zu US Hostert nach Luxemburg) ebenso wie Außenverteidiger Jeremy Lundy (zur TuS Koblenz) den Verein verlassen hat, ist Sebastian Buhl der einzige spielberechtigte Tormann mit Regionalliga-Erfahrung im Kader. Allerdings ist Buhl – ebenso wie sein Trainer – an Grippe erkrankt und konnte zuletzt nicht trainieren. Wird er nicht bis Sonntag fit, bliebe nach jetzigem Stand nur Bezirksliga-Schlussmann Dennis Donner als Alternative.

Der Belgier Maxime Crahay, den der SV Röchling am letzten Tag der Transferperiode vom Drittligisten RFC Lüttich geholt hat, hat noch keine Spielberechtigung. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bis Sonntag klappt“, glaubt Erhardt nicht an einen Einsatz des Schlussmanns. Angesichts der Kürze der Zeit müsse er sich ohnehin „erst noch ein abschließendes Urteil“ über den 24-Jährigen bilden, sagt der Trainer und fügt hinzu: „Ganz optimal ist das alles nicht.“

Trotz der Probleme im Tor steht Erhardt zur Vertragsauflösung mit Kornetzky, der in der Hinrunde den Großteil der Spiele absolvierte. „Im Angriff und im Tor waren wir nicht wettbewerbsfähig. Da müssen wir uns einfach verbessern“, findet Erhardt klare Worte. Um künftig mehr Schlagkraft in der Offensive zu zeigen, hat der SVR Emrah Avan vom Verbandsligisten FSV Hemmersdorf geholt. Erhardt traut dem 28-Jährigen den Sprung über drei Spielklassen hinweg zu – wenn auch nicht sofort. „Vom Talent her kann er das schaffen. Aber es fehlt noch die Fitness“, sagt der Trainer. In der Saarlandliga war Avan über viele Jahre als treffsicherer Torjäger bekannt.

So liegt viel Hoffnung auf den Schultern des ebenfalls neu gekommenen Thomas Birk. Der erfahrene Spieler, der in den vergangenen dreieinhalb Jahren mit der SV Elversberg stets an der Tabellenspitze der Regionalliga mitgemischt hat, soll den zuweilen zähen Spielaufbau im Mittelfeld des SVR ordnen. Dafür hat Erhardt den 29-jährigen Linksverteidiger in die Mitte versetzt. „Birk kommuniziert viel auf dem Platz und ist fußballerisch sehr präsent. Ich denke, dass er uns zentral mehr helfen kann, als auf der Außenposition“, sagt Erhardt. Dennoch klingt der Ausblick des Trainers angesichts der Personalsituation nicht eben zuversichtlich: „Wir sind davon ausgegangen, dass Weber und Ivana rechtzeitig fit werden. Man hat im Fußball immer eine Chance. Aber ohne die beiden wird es schwer. Wir müssen schauen, dass wir trotzdem einen guten Start hinlegen.“