FV Oberbexbach statt FC Bayern

Homburg · Erfahrung hat Fußballprofi Enis Hajri reichlich, aber keinen Stammplatz beim FC Homburg. Den will er sich erkämpfen – und am liebsten auch an diesem Samstag gegen seinen Ex-Club Kaiserslautern zum Einsatz kommen.

Wenn Fußball-Regionalligist FC Homburg an diesem Samstag um 14 Uhr den 1. FC Kaiserslautern II im heimischen Waldstadion empfängt, steht Enis Hajri ein Treffen mit alten Bekannten bevor. Der bis Saisonende ausgeliehene FCH-Verteidiger steht bei den Pfälzern noch bis 2015 unter Vertrag. "Ich denke, dass der ein oder andere vom Zweitliga-Team dabei sein wird", sagt Hajri.

Sechs Mal stand er für den FCK in der 2. Liga auf dem Platz. Bei der 0:4-Niederlage gegen Bayern München im DFB-Pokal der vergangenen Saison spielte Hajri über die volle Distanz. Heute, ziemlich genau ein Jahr später, kämpft der Deutsch-Tunesier um einen Stammplatz im Regionalliga-Team des FC Homburg. "Natürlich hatten wir uns das alle anders vorgestellt", sagt der 30-Jährige. Seine ersten Monate im Saarland sind alles andere als rund verlaufen.

Zum Einstand ging der Defensivmann bei den beiden 0:3-Klatschen gegen die SG Sonnenhof-Großaspach und beim FSV Mainz II in einer damals schwachen Homburger Mannschaft mit unter. Nach einer Gelb-Roten Karte im Spiel gegen den SC Freiburg II (0:1) am 13. Spieltag war Hajri außen vor. FCH-Trainer Christian Titz bemängelte danach die im Training gezeigten Leistungen und beorderte den Spieler vorübergehend zur zweiten Mannschaft.

"Der Trainer ist der Chef. Was er sagt, ist Gesetz. Wenn er das so einschätzt, ist das legitim. Das ist Schnee von gestern", kommentiert Hajri die damalige Entscheidung des Trainers und fügt hinzu: "Es gab nie Unstimmigkeiten oder Probleme." Nachdem ihn zunächst eine Virus-Infektion lahm legte, kehrte er am vorletzten Spieltag der Landesliga im Spiel beim TuS Rentrisch (2:0) in der zweiten Mannschaft des FCH zurück. Beim jüngsten 6:2-Sieg gegen den FV Oberbexbach erzielte Hajri die Treffer zum 1:0 und 2:0, bevor er wenig später mit Gelb-Rot vom Platz musste. Der Grund für die zweite Gelbe war kurios: Hajri hatte einen Ring am Finger, was laut Reglement mit Gelb zu ahnden ist.

Seit dieser Woche ist Hajri zurück bei der ersten Mannschaft. "Er trainiert momentan vernünftig", zeigt sich Titz zufrieden. Aufgrund dieser Tatsache wird er gegen den FCK II wieder im Kader stehen. Einen Platz in der Startformation wird er sich aber trotz höherklassiger Erfahrung erkämpfen müssen. "Ich muss mich erst an die Liga gewöhnen. Aber ich bin von mir überzeugt. Ich glaube, wenn ich richtig fit bin, werde ich in die Stammelf zurückkehren", sagt Hajri entschlossen.