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Fußball-Wettskandal: "Kernperson" Marijo C. packt aus

Fußball-Wettskandal: "Kernperson" Marijo C. packt aus

Bochum. Mit neuen Enthüllungen ist am Bochumer Landgericht der Prozess um den größten Wettskandal im europäischen Fußball fortgesetzt worden. Der noch nicht angeklagte Marijo C. erklärte gestern als Zeuge, dass er an Spielmanipulationen in Deutschland, Belgien, Slowenien, Ungarn und der Schweiz beteiligt gewesen sei. Die Initiative sei aber nicht immer von den Wettbetrügern ausgegangen

Bochum. Mit neuen Enthüllungen ist am Bochumer Landgericht der Prozess um den größten Wettskandal im europäischen Fußball fortgesetzt worden. Der noch nicht angeklagte Marijo C. erklärte gestern als Zeuge, dass er an Spielmanipulationen in Deutschland, Belgien, Slowenien, Ungarn und der Schweiz beteiligt gewesen sei. Die Initiative sei aber nicht immer von den Wettbetrügern ausgegangen. "Es gibt viele Spieler, die Interesse an Manipulationen haben", sagte Marijo C. aus. Sie hätten dann auch aktiv mitgemacht: "Es gab Spieler, die tatsächlich eingegriffen haben, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen." Auch mit den Ex-Profis des VfL Osnabrück, Thomas Cichon und Marcel Schuon, sei über Spielmanipulationen gesprochen worden. "Cichon wollte 100 000 Euro", sagte Marijo C.: "Er hat gesagt, er kennt sich aus, er hat Erfahrung." Er habe signalisiert, dass er bereit wäre, als äußerstes Mittel in der ersten halben Stunde einen Elfmeter oder Platzverweis zu provozieren.Schuon und Cichon seien ausdrücklich zu den Treffen gekommen, um über Spielmanipulationen zu sprechen. "Man musste mit ihnen nicht um den heißen Brei herumreden, sie wussten genau, worum es geht", sagte Marijo C. vor Gericht aus. Während Schuon Manipulationsvorwürfe laut Deutschen Fußball-Bund zumindest teilweise eingeräumt hat und bis Ende August 2012 gesperrt wurde, weist Cichon alle Anschuldigungen zurück.

Staatsanwalt Andreas Bachmann bezeichnete den 35 Jahre alten Marijo C. neben Ante Sapina, Drahtzieher im Skandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer, als "Kernperson" der Wettmafia: "Die beiden gehören zur Champions League." Vor der Aussage von Marijo C. hatte es ein weiteres Geständnis gegeben. Nach Nürettin G. und Tuna A. hat Stevan R. hat, an der Manipulation von Spielen beteiligt gewesen zu sein. Betroffen seien vor allem die Mannschaften von Bayern Alzenau und die U19 von Arminia Bielefeld. Im Prozess vor dem Bochumer Landgericht geht es um über 30 angeblich manipulierte Spiele mit einem Wettgewinn von rund 1,6 Millionen Euro. dpa