Fußball-Verbandsliga: SV Hasborn ist Meister

Fußball-Verbandsliga : Ein letztes Mal bebt der alte Hartplatz

Der Betriebsunfall ist behoben, der SV Hasborn schafft ein Jahr nach dem Abstieg den sofortigen Wiederaufstieg in die Fußball-Saarlandliga. Die Spieler feiern spontan – ohne Meisterteller, aber mit einem Auto-Korso und vielen Emotionen.

Es ist Sonntag, 16.10 Uhr. „Warum kommt denn da nix mehr?“, fragt sich Pascal Bach, der Trainer des Fußball-Verbandsligisten SV Hasborn, beim ständigen Blick auf sein Smartphone. Seit Team war im Titelrennen tags zuvor mit einem 5:2-Derbysieg gegen den VfB Theley in Vorleistung getreten. Nun wartet alles gespannt auf das Ergebnis des Tabellenzweiten SG Marpingen-Urexweiler.

Klar ist zu diesem Zeitpunkt: Marpingen liegt bei Ballweiler-Wecklingen mit 1:2 zurück. Bleibt es dabei, sind die Hasborner Fußballer Meister der Verbandsliga und zurück in der Saarlandliga. Minuten werden zu gefühlten Stunden. „Oh Mann, das dauert ja ewig“, flucht Bach. Doch dann tickert Schlussmann Felix Schmelzer die Marpinger Niederlage aus Ballweiler durch: „Aus, Meister, Meister“.

In Hasborn endet zudem gerade das allerletzte Spiel auf dem legendären Hartplatz, die Traditionskicker springen sich gegenseitig um den Hals und bejubeln den Aufstieg der ersten Mannschaft. Eine halbe Stunde später treffen die Meisterspieler aus allen Ecken zur spontanen Fete mit vielen Vereinsmitgliedern und Anhängern ein. Bier- und Sektduschen, Gesänge, improvisierte Choreografien gar ein Autokorso wird angezettelt. „Ich war noch keine zwei Minuten da und schon völlig zugesaut mit Bier“, sagt Erfolgstrainer Bach.

Zehn Monate nach seinem Amtsantritt hat der 38-jährige Übungsleiter den SVH wieder in die Saarlandliga zurückgeführt. „Mein Ziel war, schnell ein Team zu formen, das sich mit meinen Vorstellungen identifiziert“, sagt Bach. Mit ergebnisorientiertem Fußball habe er zum Erfolg kommen wollen. „Das hat die Mannschaft umgesetzt. Alle haben im Sinne der Mannschaft ihre Stärken eingebracht – und das war dann auch der Schlüssel zum Erfolg“, freut sich der Meistertrainer, ehe ihm Nicolas Küss den nächsten Gerstensaft über den Kopf kippt.

Der scheidende Spielführer Mischa Theobald kann sogar gleich zwei Meistertitel feiern: Nach Hasborn hat auch sein neuer Verein SSC Schaffhausen den Titel perfekt gemacht – in der Landesliga West. „Jetzt zu gehen, fällt sehr schwer, der Titel vereinfacht auf der anderen Seite die ganze Sache“, sagt Theobald (28), der nach fünf Jahren beim SVH zur nächsten Runde als Spielertrainer in Schaffhausen fungiert.

Auch Torjäger Lukas Biehl (26) wird in die Trainergilde wechseln. Ehe er zur Meisterfete einlaufen konnte, hatte er mit seinem kommenden Verein SG Oberkirchen/Grügelborn gezittert. Nach dem 3:3 gegen Wolfersweiler/Gimbweiler schwebt der Bezirksligist weiter in Abstiegsgefahr. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus Hasborn weg. Es ist ein schöner Abschied nach zwei Jahren, als Meister zu gehen“, schwärmt Biehl.

Neben ihm hauen Lukas Pabst und Nicolas Küss wie verrückt auf die Trommeln, ihre Mitspieler grölen synchron ein endloses Schlachtgesang-Medley. SVH-Sportchef Thorsten Huwer schaut zu und lacht. „Ich bin jetzt total erleichtert und froh, dass wir es geschafft haben“, sagt er. Nach dem 1:0-Sieg gegen Marpingen-Urexweiler, so Huwer, habe er daran geglaubt, dass es in die richtige Richtung geht. „Mit dem Bau des neuen Sportplatzes können wir im Sommer ein zweites Projekt abschließen. Der Aufstieg und der neue Sportplatz sind für den Verein zukunftsweisend und von immenser Bedeutung.“ Er und Trainer Bach wollen nun das Team für die Saarlandliga personell verstärken.

Plötzlich wird wieder lauthals am Hartplatz gejubelt. Gratulanten vom SV Überroth treffen ein – und Organisationsleiter Andreas Guthörl beschließt, die Party im Sportheim fortzusetzen. Es steht eine kurze Nacht bevor.