Fußball-Verbandsliga: Marpingen feiert furiosen 4:3-Sieg in Freisen

Fußball-Verbandsliga : Marpingen furios, Freisen fassungslos

Was für ein Hammer-Auftakt in der Fußball-Verbandsliga: Der FC Freisen führte im Derby gegen die SG Marpingen-Urexweiler bereits mit 3:0. Doch dann drehten die Gäste auf — und siegten noch.

Unglaubliche Schlussphase vor 400 Zuschauern im Freisener Bruchwaldstadion: 3:0 führte der FC Freisen im Kreisderby der Fußball-Verbandsliga bereits nach 47 Minuten gegen die SG Marpingen-Urexweiler – und verlor am Ende in der Nachspielzeit noch mit 3:4. Trotzdem war Freisens Trainer Christian Schübelin gar nicht mal so unglücklich: „Mit der Leistung der Mannschaft bin ich zufrieden, wir waren gegen den Favoriten nah am Sieg dran“, sagte er, nachdem die erste Enttäuschung verflogen war. Sein auf einigen Positionen verändertes Team funktionierte von Beginn an gut. Bereits nach drei Minuten musste Marpingens Schlussmann Marco Klein gegen Sebastian Schad retten. In der 20. Minute war dann Schad der Sieger in dem Duell: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld lief der Freisener seinen Gegenspielern davon und brachte die Heimelf mit 1:0 in Führung. Auf identische Weise erhöhte Tobias Haupt in der 38. Minute auf 2:0.

„Wir haben Schad und Haupt nicht in den Griff bekommen. Unser Abwehrblock war ganz schlecht, und wir haben zu viele Fehler gemacht“, gestand SG-Trainer Faruk Kremic. Zudem war vom Marpinger Angriff bis zum Seitenwechsel so gut wie nichts zu sehen. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir das ein oder andere Tor zu wenig geschossen“, ärgerte sich Schübelin.

Das holte Schad allerdings unmittelbar nach Wiederbeginn nach, als er zum 3:0 traf (47. Minute). War das die Vorentscheidung? Würde Marpingen nun einbrechen? Nein. Kremic nahm einen Doppelwechsel vor – und der zahlte sich aus. Björn Recktenwald köpfte nur wenig später aus vier Metern eine Ecke zum 1:3 ins gegnerische Tor. „Das Ding darf so nicht fallen“, bemängelte Schübelin. Nur 120 Sekunden später brachte der SG-Torjäger sein Team sogar auf 2:3 heran.

„Nach den Umstellungen waren wir besser organisiert, und wir waren dem Gegner konditionell überlegen“, fand Kremic. Aber bis kurz vor Schluss stand die favorisierte SG noch dicht vor einer Auswärtsniederlage. Erst ein Ballverlust des FCF in der 89. Minute beim Einwurf an der Marpinger Eckfahne drehte dann die Partie. „Wir waren viel zu weit aufgerückt“, sagte Schübelin. Die Folge: Der Befreiungsschlag landete beim Marpinger Maximilian Recktenwald, der die Kugel 50 Meter nach vorne trieb, aus rund 18 Metern abzog – und den Ball zum 3:3 in den Kasten donnerte. „Danach sind bei uns dann alle Dämme gebrochen“, haderte Schübelin.

Freisens Kicker wirkten wie gelähmt und ließen in der Nachspielzeit noch einen Eckball zu. Trotz einer Vollversammlung im Strafraum verlängerte Sören Recktenwald die Kugel zum 4:3-Siegtreffer ins Netz (90. +2). „Wir waren klar auf der Siegerstraße. Ich hätte nicht geglaubt, dass die Partie noch solch eine Dynamik entwickelt“, musste Schübelin den späten Nackenschlag erst einmal sacken lassen. Kremic lobte den Kampfgeist und die Moral seiner Kicker: „Nach dem 0:3 sind wir so gut zurückgekommen, das zeigt mir, dass die Mannschaft in einer guten Verfassung ist.“

Am Samstag, 10. August, 16 Uhr, trifft die SG im Heimspiel auf Saarlandliga-Absteiger SV Rohrbach, Freisen muss um 15.30 Uhr bei der SG Lebach-Landsweiler ran.

Liga-Konkurrent VfB Theley verlor sein Auswärtsspiel bei Aufsteiger SV Schwarzenbach mit 1:2. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, aber wir haben es in der Drangphase nicht geschafft, den zweiten Treffer zu machen“, trauerte VfB-Spielertrainer Andreas Oberhauser den vergebenen Chancen nach. Julian Witsch hatte Theley mit einem Foulelfmeter in Führung gebracht (33.), Nils Schales glich kurz vor der Pause aus. Den Siegtreffer für den Neuling erzielte Marc Schäfer nach 82 Minuten. In der Nachspielzeit sahen der Theleyer Johannes Bier und SVS-Kicker Jwan Hamo noch die Rote Karte. Am Sonntag, 16 Uhr, trifft der VfB im Heimspiel auf Hellas Bildstock.

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