| 20:02 Uhr

Fußball und Chaos gehören zusammen

Sao Paulo. Nigeria träumt von der Wiederholung des Gold-Coups der Super Eagles bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. In Brasilien trotzt der Halbfinal-Gegner Deutschlands vor allem dem ständigen Chaos im Umfeld. Agentur

Das Chaos ist ein ständiger Begleiter im nigerianischen Fußball. Das ist auch bei den Olympischen Spielen in Brasilien nicht anders. Im Lager des "Dream Teams", wie die U 23-Mannschaft von Trainer Samson Siasia angesichts des Erfolges mit dem Einzug in das heutige Halbfinale gegen Deutschland (21 Uhr) genannt wird, herrschte von Beginn an Unruhe.


Eine Posse um nicht bezahlte Flugtickets und ein zu kleines Flugzeug hatte bereits die Anreise zum ersten Spielort Manaus verzögert. Einem Bericht zufolge hatte das Sportministerium das Geld für die Chartermaschine zu spät überwiesen, dann war den Spielern der Flieger zu klein.

Während des Turniers wurde bekannt, dass auch Gehälter und Prämien für Trainer und Spieler noch ausstehen. Kapitän John Obi-Mikel vom FC Chelsea übernahm in São Paulo sogar eine Hotelrechnung von 4600 Dollar. Mittlerweile hat sich das Sportministerium eiligst eingeschaltet, nach Angaben des nigerianische Verbandes habe Obi-Mikel das Geld wieder zurückerhalten.



In dieser Gemenge-Lage erscheint sportlicher Erfolg eigentlich unmöglich. Doch dem aktuellen Team gelingt es. Neben John Obi-Mikel sind Torhüter Vincent Enyeama (OSC Lille ), Ahmed Musa (Leicester City) und Sadiq Umar (AS Rom ) ein Begriff. In Nigeria zieht der Nationalsport Millionen vor die Fernsehgeräte - auf dem Land zumeist an Dorf-Läden neben ratternden Strom-Generatoren. Das Sportministerium schickte vor dem Halbfinale eine Botschaft an das Team: "Ihr habt vom Präsidenten bis zum einfachen Mann jeden glücklich gemacht. Ihr werdet belohnt, Ihr holt Gold", sagte Sekretär Chinyeaka Ohaa.