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Saar-Fußball : Der Verbandstag als Großübung im Aussitzen?

Der geplatzte Spielrechts-Kauf zwischen der DJK Bildstock und dem 1. FC Saarbrücken ist vom Tisch – komplett aufgearbeitet ist das Thema aber nicht.

In der Saarlandhalle kommt es am Samstag auf das Mobiliar an. Denn der Verbandstag des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) erweckt den Anschein einer Großübung im Aussitzen.

Vor einigen Wochen schien der wichtigste Punkt auf der Tagesordnung klar zu sein: Der 1. FC Saarbrücken wollte das Spielrecht der DJK Bildstock in der Saarlandliga übernehmen. Dafür sollte Geld fließen. An der Basis kam das nicht gut an. Die ideellen Werte des Amateursports schienen in Gefahr.

Ein vom Verband in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten brachte den „FCS-DJK-Deal“ zum Platzen. Ist das Thema damit vom Tisch? „Aus unserer Sicht ja“, sagt SFV-Geschäftsführer Andreas Schwinn.

Auch wenn sie erfolgreich war, lässt sich über die Strategie des Verbandes streiten: Der SFV überließ das Spielfeld von Beginn an den Juristen. Erst dem Anwalt des FCS, der offenbar überzeugende Argumente vorbrachte. Dann einem zur Klärung eingeschalteten Experten aus Düsseldorf, dessen Urteil gegenteilig ausfiel. Für den Verband ein glückliches Ende. Alles bleibt, wie es ist.

Nur: Was wäre das für ein Verbandstag geworden, wenn nicht ein Jurist die Rolle des Ausputzers übernommen hätte? Wenn der Gutachter die Rechtsauffassung des FCS bestätigt hätte?

SFV-Präsident Franz Josef Schumann, seit 2008 im Amt, hätte nicht um seine Wiederwahl fürchten müssen. Doch in der Saarlandhalle wäre es ungemütlich für ihn geworden.

In diesem Fall ging es um das Vorhaben, sich in die höchste Spielklasse des SFV einzukaufen. Dagegen hätten die Verantwortlichen deutlich Position beziehen müssen. Sie haben es einem Dritten überlassen, einem Anwalt, der sich auf Paragraphen berief. Nicht auf die gelebten Werte des Fußballs.

Für diese ergriff in der Öffentlichkeit nur einer Partei: Ralf Weiser, der Vorsitzende des Landesligisten FC Wadrill. Ganz klar: Der Mann von der Basis hätte Unterstützung von oben verdient gehabt. Umso wünschenswerter wäre es, den geplatzten Deal doch noch auf die Tagesordnung des Verbandstages zu setzen. Die Aufarbeitung sollte nicht in den Pausengesprächen stattfinden. Ein Stühlerücken konnte der SFV verhindern. Den Eindruck aber, ein heikles Thema auszusitzen, sollte die Führung vermeiden.

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