Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken verliert gegen Bayern Alzenau 0:2

Regionalliga Südwest : Die Siegesserie des FCS ist beendet

Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken verliert sein Heimspiel gegen Aufsteiger Bayern Alzenau und muss die Tabellenführung abgeben.

Bayern Alzenau hat zumindest vorerst den Durchmarsch des 1. FC Saarbrücken durch die Fußball-Regionalliga Südwest gestoppt. Der Aufsteiger schaffte am Samstag vor 2923 Zuschauern im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion einen 2:0 (1:0)-Erfolg beim Titelfavoriten. „Die Geschenke haben wir ja schon verteilt“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner sauer und ließ viel Lob für den Gegner folgen: „Das war eine disziplinierte gute Leistung. Sie hatten einen Plan, den sie gut umgesetzt haben.“

Der sah zunächst nur nach Schadensbegrenzung aus. Saarbrücken drängte die Gäste in der Anfangsphase fast in den eigenen Strafraum zurück. Tim Golley – er hatte erneut den Vorzug vor Gillian Jurcher bekommen – spielte schnell und vertikal, ebenso leitete Markus Mendler weiter, doch Rico Kaiser klärte vor dem einschussbereiten Sebastian Jacob. Die Szene aus der sechsten Minute war irgendwie symptomatisch für das FCS-Spiel. Es fehlte die letzte Idee, richtig gefährlich vor das Tor der Gäste zu kommen. Echte Abschlüsse blieben Mangelware.

Und so fasste Alzenau den Mut, selbst seine Möglichkeiten zu suchen. Gianluca Alessandro mit dem „Arjen-Robben-Trick“ – von rechts einlaufen und mit links abziehen – verfehlte das Tor noch knapp (30.). Der FCS hatte den Warnschuss aber wohl nicht gehört. Robert Schick konnte ohne großen Druck aus dem Halbfeld flanken, und der nur 1,75 Meter große Serkan Firat köpfte zum 1:0 ein (43.). „Der kleinste Mann auf dem Platz macht ein Kopfballtor“, ärgerte sich Lottner, „das darf auf dem Niveau einfach nicht passieren.“

Wie der Konter zur Entscheidung, bei dem Christopher Schorsch letztlich Jihad Bouthakrit von den Beinen holte. Marcel Wilke vollstreckte den berechtigten Strafstoß zum 2:0-Endstand (70.). Denn auch in der Folgezeit wollte der Ball einfach nicht ins Alzenauer Tor. Torwart Daniel Endres klärte aus dem Getümmel gegen Manuel Zeitz (72.), beim Lattentreffer von Mendler (79.) wäre der Ex-Offenbacher chancenlos gewesen. „Nach dem 2:0 war der Sack irgendwie zu“, meinte FCS-Abwehrspieler Anthony Barylla, „wir hätten heute ewig spielen können und hätten kein Tor gemacht.“

Dennoch war es letztlich zu wenig, was die Mannschaft von Trainer Lottner am Samstag gegen mutige Aufsteiger ablieferte. „Es fehlte die Frische, nicht nur im Antritt, sondern auch im Kopf“, erklärte der FCS-Trainer. Sein Alzenauer Kollege Angelo Barletta konnte sein Glück dagegen kaum fassen: „Am Anfang war mir das zu defensiv von meiner Mannschaft, aber wir sind von Minute zu Minute mutiger geworden. Wenn wir zehn Mal hier spielen, würden wir wohl neun Mal verlieren. Aber heute hat sich jeder in jeden Ball reingeworfen, und wir haben uns dieses 2:0 verdient.“

So beendete Schiedsrichter Tobias Endriß um 15.49 Uhr die Partie und nach sieben Siegen die Erfolgsserie des FCS. Ein Dämpfer im Titelrennen, aber für Barylla kein Rückschlag: „Man kann im Fußball nicht an allen 34 Spieltagen als Sieger vom Platz gehen. Natürlich wollten wir nicht, dass die Serie jetzt schon endet, aber wir lassen uns nicht umwerfen. Da ist gut, dass wir Dienstag schon wieder dran sind.“ Morgen schon kann der FCS im Nachholspiel gegen die TSG Hoffenheim II (Anstoß 17.45 Uhr in Völklingen) die an den TSV Steinbach Haiger verlorene Tabellenführung wieder zurückholen.

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