Fußball-Regionalliga Südwest: 1. FC Saarbrücken verliert 0:1 in Steinbach

Kostenpflichtiger Inhalt: 1. FC Saarbrücken büßt Vorsprung ein : Da waren’s nur noch zwei

Regionalliga-Tabellenführer 1. FC Saarbrücken verliert nach mäßigem Auftritt 0:1 beim TSV Steinbach Haiger. Damit rückt Verfolger SV Elversberg der Mannschaft von Trainer Dirk Lottner auf die Pelle.

Das Sportzentrum Haarwasen in Steinbach-Haiger hat als einziges Stadion der Fußball-Regionalliga-Südwest einen echten Spielertunnel, der Kabinen und Spielfläche unterirdisch verbindet. Als Marcus Mann, der Sportdirektor des 1. FC Saarbrücken, am vergangenen Samstag auf dessen Treppe leicht ins Straucheln geriet, hatte das fast Symbolkraft. Der FCS hatte gerade das Spitzenspiel gegen den TSV Steinbach mit 0:1 (0:1) verloren. Dass dabei Schlussmann Daniel Batz der mit Abstand beste Saarbrücker war, sagt nahezu alles über den Auftritt der Mannschaft von Trainer Dirk Lottner.

„Ich wäre lieber der Schlechteste gewesen und wir hätten 1:0 gewonnen“, ärgerte sich Batz, „dass wir so viele Torschüsse zulassen, liegt halt nicht in meiner Hand. Ich weiß nicht, was wir da machen.“ Schon nach fünf Minuten und einem Freistoß von Manuel Hoffmann stand Batz das erste Mal im Brennpunkt. Zwei Minuten später reagierte er reflexartig, als Sascha Marquet den Ball aus kurzer Distanz aufs Tor feuerte. Mit den Fingerspitzen rettete der 28-Jährige gegen gegen den Ex-Elversberger Kevin Lahn, der nach 22 Minuten völlig frei vor dem Saarbrücker Tor auftauchte. Und auch Dino Bisanovic konnte mit seiner Direktabnahme das Duell Steinbach gegen Batz nicht entscheiden.

„Wir haben zu ängstlich agiert, haben uns nicht getraut, Fußball zu spielen“, sagte Lottner in seiner ersten Analyse nach Spielschluss. Warum der bislang so souveräne Tabellenführer Angst hatte, sagte er nicht. „Wir haben es Steinbach so leicht gemacht.“ Wie nach 37 Minuten, als ausgerechnet der ehemalige Saarbrücker Sascha Wenninger das Tor des Tages einleitete. „Ich hätte es lieber selbst gemacht“, scherzte der Rechtsverteidiger, der vor der Saison in den Planungen des FCS keine Rolle mehr spielte. Hoffmann konnte nahezu unbedrängt flanken, Lahn einköpfen. Batz war beim 0:1 chancenlos und wäre es wohl fünf Minuten vor der Pause erneut gewesen, doch Hoffmanns Kopfball ging knapp am Tor vorbei.

Sieben Minuten nach Wiederanpfiff hätte das Spiel für den FCS schon vorbei sein können. Steven Zellner hatte Lahn im Strafraum zu Fall gebracht. „Den Elfmeter kann man geben, auch wenn ich den Ball spiele“, sagte Zellner fair. Doch Batz stand da, wo Marquet hinschoss, und hielt seine Mannschaft weiter im Spiel. Ein Schuss von Fanol Perdedaj (60.) und ein Kopfball von Manuel Zeitz (70.) war aber alles, was der FCS offensiv zu Stande brachte. „Wir hatten nach dem gehaltenen Elfmeter schon gehofft, dass noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft geht“, sagte Trainer Lottner, musste aber eingestehen: „Wir waren nicht so aggressiv, wie wir in so einem Spitzenspiel hätten sein müssen. Wir hatten nicht die Durchschlagskraft, um hier etwas mitzunehmen.“

Trotz einer Steigerung im zweiten Abschnitt war dieser Auftritt für die Ansprüche des Vereins einfach viel zu wenig. „Wenn wir nächste Woche gewinnen, gehen wir mit mindestens zwei Punkten Vorsprung in die Pause und haben danach 14 Endspiele“, sagte Batz im Hinblick auf den von acht Zählern geschrumpften Vorsprung in der Tabelle, „wir müssen jetzt ruhig bleiben, knallhart analysieren, jeder ehrlich mit sich selbst sein und anpacken.“

Marcus Mann ist übrigens nur gestolpert, nicht gefallen.