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Fußball-Regionalliga: FCS schlägt Baunatal mit 4:0 – Ablösung von Pini erwartet

Wo bleibt der Jubel, wo bleibt die Unterstützung? Doppel-Torschütze Felix Luz (Mitte, hier mit Daniel Döringer und Mounir Chaftar) geht auf Konfrontationskurs mit den Fans. Foto: Wieck
Wo bleibt der Jubel, wo bleibt die Unterstützung? Doppel-Torschütze Felix Luz (Mitte, hier mit Daniel Döringer und Mounir Chaftar) geht auf Konfrontationskurs mit den Fans. Foto: Wieck FOTO: Wieck
Saarbrücken. Mehr als 3000 Zuschauer im Ludwigsparkstadion, aber keine Unterstützung der Mannschaft: Die Fans protestierten beim 4:0 gegen Baunatal still und mit vielen Spruchbändern gegen Vizepräsident Sebastian Pini. Patric Cordier

Startelf-Debüt nach fast halbjähriger Verletzungspause, zwei Tore selbst gemacht, 4:0 gewonnen - eigentlich hätte für Felix Luz die Welt am Samstag völlig in Ordnung sein müssen. Doch der Stürmer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken war nach dem 4:0 (2:0)-Erfolg gegen den KSV Baunatal außer sich vor Wut. Und das auf die eigenen Fans, die wegen ihres Ärgers über die Vereinsspitze der Mannschaft 90 Minuten die Unterstützung verweigerten.

"Wir als Mannschaft haben niemanden erpresst. Wir als Mannschaft haben niemanden abgehört. Wir als Mannschaft haben zwar gegen Elversberg verloren, aber sonst nicht viel falsch gemacht. Wir als Mannschaft versuchen mit dem Trainer seit Monaten alles, um den Relegationsplatz zu erreichen", sagte Luz: "Da brauchen wir die Unterstützung der Fans. Auch gegen Baunatal . Denn auch die fegt man nicht so einfach aus dem Stadion."

Das bewies der Tabellen-16. in der Anfangsphase eindrucksvoll. Nico Schrader schoss im Fallen neben das Tor (6. Minute), nach einem katastrophalen Fehlpass von FCS-Schlussmann David Hohs außerhalb seines Strafraums fehlten Torben Grill bei seinem Versuch aus 40 Metern nur Zentimeter (7.), und Neil-Nigel Bier (10.) die Entschlossenheit zur Gästeführung. "Da hatten wir Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind", räumte FCS-Trainer Fuat Kilic ein. "Wir müssen aus diesen Situationen ein Tor machen, wenn wir gegen eine Spitzenmannschaft wie Saarbrücken eine Chance haben wollen", sagte Baunatals Spielertrainer Tobias Nebe enttäuscht: "So hat der FCS seine individuelle Klasse ausgespielt."

Sven Sökler brachte den ersten Eckball vors Tor, Luz' Kopfball wurde abgeblockt, aber mit unbändigem Willen und exzellenter Schusskraft markierte der Mittelstürmer das 1:0 (13.). Dem ließ KSV-Spieler An dreas Pollasch mit einem sehenswerten Eigentor drei Minuten später das 2:0 folgen.

Nach dem Wechsel brachte Kilic Dominik Rohracker für den schwachen Steffen Schäfer. "Es war schön, den ersten Einsatz für den neuen Verein zu bestreiten", sagte der von der SV Elversberg gekommene Rohracker trotz der Null-Stimmung unter den 3154 Zuschauern im Stadion: "Es war auch ganz gut - bis auf die vergebenen Torchancen." Rohracker unterstrich seine Qualitäten auf der echten Außenbahn, Baunatal war nun nicht mehr als ein Trainingspartner für den FCS. Luz per Kopf (47.) und Marius Willsch am Ende einer schönen Kombination (84.) stellten den 4:0-Endstand her. Saarbrücken hätte höher gewinnen müssen, ließ aber die letzte Konsequenz vermissen. So traf Matthew Taylor fünf Meter vor dem leeren Tor nur den Pfosten (56.).
"Lüge kennt keine Liga"


In den Fanblöcken beschäftigte man sich derweil mit der Abrechnung mit der Vereinsführung. "Unbeugsam und unbestechlich" war auf einem Spruchband vor dem D-Block zu lesen. "Lüge kennt keine Liga" stand vor dem E-Block. Andere Transparente gingen unter die Gürtellinie, zielten aber alle in die gleiche Richtung. Der Aufsichtsrat wird in seiner Sitzung morgen über den unter Nötigungs-Verdacht stehenden Vizepräsidenten Sebastian Pini entscheiden. Pini lässt sein Amt derzeit ruhen, um eine juristische Prüfung voranzutreiben. Für den Fall, dass sich der Aufsichtsrat hinter Pini stellt, hat der Fanclub Boys am Samstag bereits etwa 190 Mitglieder zu einer Unterschrift bewegt, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu erzwingen.

Der Protest der Fans gegen Vizepräsident Sebastian Pini auf zahlreichen Spruchbändern war nicht zu übersehen. Foto: Schlichter
Der Protest der Fans gegen Vizepräsident Sebastian Pini auf zahlreichen Spruchbändern war nicht zu übersehen. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter