Fußball-Oberligist FC Hertha Wiesbach empfängt den FSV Jägersburg

Fußball : Luck will die Nummer Eins werden

Fußball-Oberligist FC Hertha Wiesbach empfängt an diesem Samstag um 15.30 Uhr den FSV Jägersburg. Für Hertha-Torwart Philip Luck eine besondere Begegnung: Der 29-Jährige schnürte bis Sommer 2018 sieben Jahre lang für den FSV die Schuhe.

Wenn der FC Hertha Wiesbach an diesem Samstag um 15.30 Uhr in der Oberliga den FSV Jägersburg empfängt, ist es zwar ein Duell zweier Saarclubs, aber wegen der großen Entfernung kein richtiges Derby. Bei einem Wiesbacher Spieler ist die Vorfreude auf das Duell aber dennoch riesengroß. „Man kann schon sagen, dass das eine besondere Partie für mich ist“, erklärt Torwart Philip Luck.

Kein Wunder, denn schließlich stand der 29-Jährige aus Kirkel sieben Jahre für Jägersburg auf dem Feld. Mit den Lila-Weißen wurde der Realschullehrer 2015 Saarlandligameister. In den folgenden beiden Jahren war er Stammtorwart beim FSV in der Oberliga. Nach diesen tollen Momenten folgte im Juni 2017 aber der bislang schwärzeste Tag seiner Karriere: Luck riss sich im Auftakttraining zur Saison 17/18 die Achillessehne.

Nachdem die Verletzung auskuriert war, entschied sich der Torwart, den FSV zu verlassen. „Es gab keinen großen Grund dafür, sondern mehrere kleine. Einer davon war, dass ich auch noch mal etwas anderes machen wollte.“ Als Michael Petry, der Trainer des Jägersburger Oberligakonkurrenten aus Wiesbach anrief, entschied sich Luck, dieses Angebot anzunehmen. Bei seinem neuen Verein musste sich der 29-Jährige erst einmal mit einem Platz auf der Bank begnügen. Vor der Winterpause bestritt Luck nur eine Partie – das Hinspiel in Jägersburg (1:1). „Das war mir aber klar, weil Wiesbach mit Julian Wamsbach einen der besten Torhüter der Liga hat“, sagt Luck.

Die Rolle als Nummer zwei war ihm auch nicht ganz unbekannt. Vor rund zehn Jahren hatte er sie in der U19 des 1. FC Kaiserslautern schon einmal inne. Damals war kein geringerer als Kevin Trapp die Nummer eins in der A-Jugend bei den Pfälzern. „Ein paar Spiele habe ich damals zwar gemacht, aber an Kevin vorbeigekommen bin ich natürlich nicht“, berichtet der Schlussmann lachend. Obwohl beide im selben Team spielten, sahen sich die beiden nicht allzu oft. „Weil Kevin meistens bei den Profis mittrainiert hat“, erinnert sich Luck.

Seit der Winterpause bekommt Luck bei Wiesbach mehr Einsatzzeit. Trainer Petry hat sich entschieden, den Platz im Tor im 14-tägigen Rhythmus an Wamsbach und Luck zu vergeben. So wird Luck an diesem Samstag gegen den FSV spielen. „Ich weiß zwar nicht, was der Verein auf der Torwart-Position vorhat, aber nächste Saison will ich komplett die Nummer Eins werden“, kündigt Luck selbstbewusst an. Wamsbach wechselt nach der Runde zum VfB Dillingen (wir berichteten). Bislang hat die Hertha noch keinen weiteren Torwart neben Luck für das Oberliga-Team unter Vertrag genommen.

Sowohl für Lucks derzeitigen wie auch für seinen Ex-Club geht es an diesem Samstag übrigens um wichtige Zähler im Kampf um den Ligaverbleib. Die besseren Karten, „drin“ zu bleiben, hat Wiesbach. Als Zwölfter stehen die Gelb-Schwarzen auf einem sicheren Nichtabstiegsplatz.

Jägersburg ist mit zwölf Punkten weniger Tabellen-15. „Noch einen Platz nach oben zu klettern wird schwer“, weiß FSV-Trainer Thorsten Lahm angesichts von acht Punkten Rückstand auf das vor seiner Mannschaft platzierte Team von Hassia Bingen. „Deshalb müssen wir zunächst einmal alles dran setzen, Rang 15 zu halten.“

Dieser reicht aber nur zum Ligaverbleib, wenn es keinen Absteiger aus der Regionalliga Südwest in die Oberliga Rheinland-Pfalz gibt. Oder wenn der Oberliga-Zweite in die Regionalliga aufsteigt und maximal ein Team von dort nach „unten“ kommt. Personell hat sich die ohnehin angespannte personelle Lage beim FSV vor dem Spiel in Wiesbach weiter verschärft. Neben den verletzten Spielern wird voraussichtlich auch noch Stürmer Murat Adigüzel (grippaler Infekt) ausfallen.