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Fußball-Oberliga: FSV Jägersburg schlägt den FV Diefflen

Fußball-Oberliga : Ein wichtiger Sieg gegen den Abstieg

Fußball-Oberliga: FSV Jägersburg schlägt den FV Diefflen in einem „Geisterspiel“ mit 4:2. Ein verdientes Ergebnis, wie beide Trainer fanden.

Gelingt den Oberliga-Fußballern des FSV Jägersburg mit der Teilnahme an der Aufstiegsrunde der große Überraschungscoup? In diesem Fall hätte sich der Aufsteiger bereits sämtlicher Abstiegssorgen entledigt. Noch ist es diesbezüglich ein weiter Weg. Allerdings bezwangen die Nordhomburger am vergangenen Samstag in einem Saar-Derby den FV Diefflen mit 4:2 (3:0) und konnten sich somit in die obere Tabellenhälfte vorschieben. Die Partie musste aufgrund der zuletzt gestiegenen Corona-Infektionszahlen im Saarpfalz-Kreis unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Im Verlauf der ersten Halbzeit spielte fast ausschließlich nur eine Mannschaft, und dies war der FSV Jägersburg. In der 14. Minute hatten jedoch die Gäste die Riesenchance, in Führung zu gehen. Diefflens Fabian Poß war im Zweikampf mit Jägersburgs Schlussmann Mirko Vogel zu Fall gekommen. Michael Fritsch schnappte sich den Ball und legte ihn auf den Elfmeterpunkt, um dann aber seinen Schuss zu hoch anzusetzen. Dies schien die Heimelf richtig zu beflügeln: Tim Klotsch (17.), Tim Schneider (20.) sowie Sven Schreiber (23.) brachten die Ostsaarländer scheinbar mehr als nur vorentscheidend mit 3:0 in Führung. Florian Steinhauer (2) und Klotsch vergaben bis zum Pausenpfiff noch weitere gute Einschussmöglichkeiten.

Dass die gute Serie des FV Diefflen im bisherigen Saisonverlauf allerdings kein Zufall war, bewies gleich die Anfangsphase der zweiten 45 Minuten. So konnte unmittelbar nach dem Seitenwechsel Fritsch auf Vorarbeit von Merouane Taghzoute auf 1:3 verkürzen (47.). Die Gastgeber wollten sich das Spiel jedoch unter keinen Umständen noch aus der Hand nehmen lassen. Bereits kurz darauf hätte bei einer Doppelchance von Frederic Ehrmann und Schreiber (61.) das 4:1 fallen können. So dauerte es schließlich bis zur 85. Minute, ehe Klotsch in halbrechter Position auf die Reise geschickt wurde und mit einem überlegten Lupfer die allerletzten Zweifel am Heimsieg beseitigte. Diefflens zweiter Gegentreffer kurz vor dem Schlusspfiff durch Taghzoute bedeutete nur noch Ergebniskosmetik (89.).

Vor allem aufgrund der starken Leistung in der ersten Halbzeit und auch insgesamt einem deutlichen Chancenplus siegten die Jägersburg völlig verdient. „Vor der Pause war es eine ganz klare Geschichte, eigentlich hätten wir auch mit 5:0 in Führung liegen können. Der Foulelfmeter, den ich verursacht haben soll, war aus meiner Sicht stark umstritten. Insgesamt waren wir aber die ersten 45 Minuten ganz klar die bessere Mannschaft“, meinte Jägersburgs Schlussmann Mirko Vogel. Trotz des frühen Gegentreffers nach dem Seitenwechsel hätte man konzentriert verteidigt. Ein kleiner Wermutstrofen sei lediglich gewesen, nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt die Entscheidung herbeizuführen. Auch sein Trainer Tim Harenberg strahlte nach dem Abpfiff übers gesamte Gesicht. „Die erste Halbzeit war wirklich überragend – das war mit das Beste, was wir bislang abgeliefert haben. Es hat Spaß gemacht, da zuzuschauen“, sagte Harenberg. Man wolle nun auch am Samstag um 15.30 Uhr in der schweren Auswärtspartie bei der SV Elversberg II gut aussehen. Es wird das Duell des aktuellen Tabellensechsten gegen die nun auf Rang vier platzierten Jägersburger sein. Trainiert werden die Elversberger vom ehemaligen Jägersburger Coach Marco Emich. Auch dieser Umstand verleiht dem Ostsaar-Derby mit Sicherheit eine besondere Note. „Man sollte auch nicht vergessen, dass mir heute gegen Diefflen gleich sieben Mann aus unserem Kader gefehlt haben. Die Jungs, die hinten dran waren, haben das gut gemacht“, ergänzte der FSV-Trainer.

Diefflens Coach Thomas Hofer erkannte die „verdiente Niederlage“ seiner Elf an. „Wir waren eine viertel Stunde lang gut im Spiel und haben dann einen Elfmeter verschossen. Dadurch hatten wir irgendwie etwas den Faden verloren. Die Jägersburger hätten sogar noch zwei Tore nachlegen müssen“, fasste Hofer die erste Hälfte zusammen. Zur Pause hätten dann seine Spieler ganz genau gewusst, „dass dies bislang rein gar nichts war“. Die Gäste hätten dann in den zweiten 45 Minuten alles probiert. „Die Jägersburger haben uns auch etwas am Leben gelassen, als sie zunächst das vierte Tor nicht gemacht haben“, sagte Diefflens Trainer. Da der FSV in Halbzeit eins „eine Klasse besser als wir war“, gehe auch die Niederlage des FVD „absolut in Ordnung“.

Vor dem Montagabendspiel zwischen dem TuS Mechtersheim und Arminia Ludwigshafen (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet), belegte der FV Diefflen den dritten Tabellenplatz. Am nächsten Samstag muss man um 15.30 Uhr bei der auf Rang acht platzierten TSG Pfeddersheim antreten. „Für uns ist ja im Endeffekt nichts passiert. Wir wissen schon, wo wir herkommen. Der Klassenerhalt ist und bleibt unser Ziel. Und sollten wir die Aufstiegsrunde verpassen,wollen wir dieses Ziel eben über die Abstiegsrunde erreichen - entscheidend wird nur sein, dass wir die Oberliga halten“, stellte Diefflens Trainer klar. Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit seien aufgrund der geringeren Lautstärke von außen „eine ungewohnte Situation für die Akteure - für mich als Trainer an der Außenlinie ändert sich aber eigentlich nicht so viel.“