Fußball-Oberliga: Diefflen verliert Elf-Tore-Spektakel in Jägersburg 4:7

Fußball-Oberliga : Diefflen verliert Elf-Tore-Spektakel in Jägersburg

Drei Tage nach dem Sieg bei Spitzenreiter Koblenz musste der Oberligist einen herben Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen.

Thomas Hofer, der Spielertrainer des Fußball-Oberligisten FV Diefflen, war am Mittwoch nach dem Derby seiner Mannschaft beim Drittletzten der Tabelle, dem FSV Jägersburg, sprachlos. Vor 185 Zuschauern hatte seine Mannschaft im Homburger Stadtteil in einer verrückten Partie mit 4:7 den Kürzeren gezogen. Die Euphorie, die bei den Rot-Weißen nach dem überraschenden Erfolg bei Tabellenführer Rot-Weiß Koblenz (2:0) herrschte, war damit nur drei Tage später wieder komplett verflogen.

„Ich habe ja schon einige Spiele auf dem Buckel und einiges erlebt, aber so etwas noch nicht“, fluchte Hofer. „Wir spielen nicht gut, schießen dennoch vier Tore und verlieren am Ende trotzdem.“ Vor allem in der Defensive blieb sein Team vieles schuldig. „Da sind wir rumgelaufen wie ein Hühnerhaufen“, fand Hofer klare Worte. Die schwere Partie in Koblenz wollte der Übungsleiter nicht als Ausrede gelten lassen. „Die hat zwar viel Kraft gekostet, aber wir hatten genug Zeit, um uns zu erholen.“

Schon nach 36 Sekunden geriet Diefflen in Rückstand. Jägersburgs Tim Schäfer drang von links in den Strafraum ein und schoss zum 1:0 ins lange Eck. Der FV antwortete prompt: Außenverteidiger Raheem Small erzielte in der dritten Minute mit einem 16-Meter-Schuss unter die Latte das 1:1. Danach schossen Michael Fritsch und Merouane Taghzoute bis zur 18. Minute eine 3:1-Führung für Diefflen heraus.

„Das gab uns aber keine Sicherheit“, musste Hofer feststellen. Skhodran Rexhaj verkürzte für Jägersburg auf 2:3, Steven Simon gelang in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 3:3. Der letzte Höhepunkt vor der Pause war dies aber noch nicht: Sekunden später wurde Chris Haase nach einen langen Ball in den Strafraum von FSV-Torwart Oliver Habelitz über den Haufen gerannt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Arthur Mielczarek zum 4:3 für die Gäste.

Nach der Pause aber kippte die Partie. Nach einer Stunde glich Rexhaj für die Gastgeber per Abstauber zum 4:4 aus. Und es kam noch schlimmer für Diefflen: Vom Anstoß weg wollte Fabian Poß einen Diagonalball spielen. Das Leder wurde aber von einem Mitspieler abgefälscht und landete so bei den Gastgebern. Die spielten schnell nach vorne in den Lauf des erst Augenblicke zuvor eingewechselten Luis Kiefer, der zum 5:4 für den FSV vollstreckte.

Eine Viertelstunde später enteilte Kiefer erneut der Dieffler Defensive. Torwart Francesco Migliara zog die Notbremse und flog vom Platz. Für ihn kam Enver Marina, der wegen Knieproblemen nur auf der Bank gesessen hatte. In der Schlussphase musste der 42-Jährige den Ball noch zwei Mal aus dem Netz holen. Nach Kontern erhöhte Jägersburg durch Rexhaj und Florian Steinhauer auf 7:4. Diefflen rutschte durch die Niederlage auf einen möglichen Abstiegsplatz ab. Am Samstag (14 Uhr) empfangen die Rot-Weißen den Tabellenelften Arminia Ludwigshafen. Der hat sieben Punkte mehr.

Erfolgreicher lief der Wochenspieltag für den VfB Dillingen. Das bereits als Absteiger feststehende Schlusslicht trotzte am Dienstag zu Hause vor 150 Zuschauern Aufstiegsanwärter Röchling Völklingen ein 1:1 ab. „Das war ein geiles Spiel von uns“, freute sich Francesco Schifino, der die Hüttenstädter gemeinsam mit Marius Neumeier trainiert. „Mit der Leistung können wir sehr zufrieden sein“, fand auch Neumeier. Der VfB spielt nun am Samstag, 16.30 Uhr, beim Tabellen-Siebten TuS Koblenz.