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Fußball-Oberliga: Borussia Neunkirchen denkt an Insolvenz

Neunkirchen. Die wirtschaftliche Lage von Fußball-Oberligist Borussia Neunkirchen ist wie erwartet katastrophal. Der neue Vorsitzende Martin Bach sprach gestern von einem Finanzloch bis zu 400 000 Euro bis zum Ende der Saison. sho/red

Fußball-Oberligist Borussia Neunkirchen hat gestern Vormittag auf einer Pressekonferenz im Borussenheim in Neunkirchen seinen neuen Vorstand vorgestellt. Wie die Saarbrücker Zeitung in ihrer Wochenend-Ausgabe bereits vorab berichtet hatte, hat Martin Bach das Amt des Vorsitzenden übernommen, Michael Krebs steht ihm als 2. Vorsitzender zu Seite. Damit ist die Handlungsfähigkeit des Vereins wieder hergestellt.

Wie Bach erklärte, werden sich die Verbindlichkeiten von Borussia Neunkirchen bis Saisonende auf ungefähr 400 000 Euro belaufen. Diese Summe setzt sich aus derzeitigen Gesamtverbindlichkeiten von 280 000 Euro sowie einer erwarteten Unterdeckung bis Saisonende von 100 000 bis 120 000 Euro zusammen. "Es gibt zwei Alternativen, da herauszukommen. Das eine wäre eine Insolvenz in Eigenverantwortung, wie sie der FSV Salmrohr in der letzten Saison vollzogen hat", sagte Bach. Nach einem vom Verein gestellten Insolvenzantrag hätte der Club drei Monate Zeit, in Gespräche mit den Gläubigern einzusteigen und etwaige Vergleiche zu schließen. "Der zweite Lösungsansatz wäre mit der Hilfe von Investoren eine Darlehens-Umschichtung. In den nächsten acht bis zehn Tagen muss eine Entscheidung darüber getroffen werden", sagte Bach.

Gleichzeitig soll es Gespräche mit dem Eigentümer des Ellenfeldstadions, der Stadt Neunkirchen , geben. "Dieses sehr schöne Stadion steht für unseren Verein. Wir würden es natürlich auch künftig gerne nutzen. Man muss abwarten, welche Hilfestellung es dabei durch die Stadt Neunkirchen und den örtlichen Energieversorger geben kann", sagte Bach. Auf die Frage, wie lange der Spielbetrieb noch Stand heute gesichert sei, antwortete der Vorsitzende: "Das hängt jetzt auch von unserer Entscheidung ab. Unser Ziel ist es, den Spielbetrieb dauerhaft zu sichern und auch die Mannschaft im Kopf so sehr frei zu machen, dass sie sich auf ihre Aufgabe konzentrieren kann, den sportlichen Klassenverbleib endgültig zu sichern. Am Montag werden wir in Gespräche mit der Mannschaft einsteigen. In der Woche nach Ostern werden wir eine Entscheidung in dieser Sache kommunizieren."