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Fußball: Glaube an baldige Saison-Fortsetzung bei Vereinen schwindet

Fußball : Glaube an baldige Saison-Fortsetzung schwindet

Der Fußball ruht bis zum 31. März. Ob schon Anfang April wieder gespielt werden kann, daran glauben immer weniger Vereine.

Es gab ein skurriles Bild am Wochenende auf den Fußballplätzen im Kreis. Überall gähnende Leere, keine Spieler, keine Fans. Am Freitag hatte der Saarländische Fußball-Verband verkündet, dass bis zum 31. März wegen der Corona-Krise keine Spiele stattfinden. Dass dies angesichts der Entwicklung der letzten Tage ein gutes Vorgehen war, daran gibt es unter den Fußball-Vereinen kaum noch einen Zweifel. „Die Entscheidung war in meinen Augen alternativlos. Wenn das gesamte gesellschaftliche Leben quasi lahmgelegt ist, kann man auch keinen Fußball spielen“, sagt Holger Klein, Trainer des Saarlandligisten SV Mettlach.

Dass der Sport momentan in den Hintergrund geraten ist, erkennt man auch daran, dass Klein sagt: „Ich habe den Jungs für die Zeit, in der nicht trainiert werden kann, auch keinen Trainingsplan mit nach Hause gegeben. Sie sollen einfach schauen, dass sie gesund bleiben.“ Beim Mettlacher Übungsleiter schwindet – wie bei vielen seiner Kollegen – mittlerweile auch die Zuversicht, dass das Leder ab April wieder rollen kann.

„Vom Gefühl her glaube ich nicht, dass es dann weitergeht. Meiner Meinung nach hält das bestimmt noch bis nach Ostern an.“ Ob in der aktuellen Spielzeit überhaupt noch einmal um Punkte gekämpft wird, kann Klein nicht abschätzen: „Wenn es vom zeitlichen Rahmen noch irgendwie machbar wäre, würde ich die Saison gerne zu Ende spielen. Ich denke, das geht allen so.“

Patrick Lehnertz, Geschäftsführer Organisation bei Kreisligist SG Leucktal, hat schon einen konkreten Vorschlag parat, wie man auch nach einer längeren Pause noch die restlichen Saison-Begegnungen austragen könnte: „Nachdem die EM verschoben wurde, könnte man doch im Sommer spielen.“ Der 30-Jährige findet: „Meiner Meinung nach wäre das auch ein Modell für die Zukunft, dass wir dann spielen, wenn schönes Wetter ist – und nicht im Winter, wenn immer wieder Partien ausfallen.“

Für die im Sommer 2019 neu gegründete SG Leucktal (bestehend aus der Spvgg. Faha-Weiten und dem SV Kirf) kommt der Zeitpunkt der Unterbrechung mehr als ungelegen: „Wir sind gerade dabei, so richtig zusammenzuwachsen und hatten immer richtig viele Leute im Training“, erzählt Lehnertz. Auch Leucktals Geschäftsführer glaubt nicht, dass bereits in etwas mehr als 14 Tagen der Ball wieder rollt. „Die 3. Liga hat ja gerade beschlossen, dass dort bis 30. April Pause ist. Ich denke, die Amateure werden sich da anschließen.“ Keine Prognose wollte Geschäftsführer Reinhold Andres vom SV Losheim abgeben. „Das müssen andere entscheiden.“ Andres ergänzte: „Zumindest sind wir froh, dass wir letzten Mittwoch noch das Nachholspiel beim FV Siersburg (3:0, Anm. d. Red.) bestreiten konnten, sonst hätten wir noch mehr Begegnungen zu spielen.“

Sollte es nicht weitergehen – und die Saison würde in naher Zukunft für komplett beendet erklärt, gäbe es mehrere denkbare Szenarien: Schwer umzusetzen, wäre dabei eine mittlerweile häufig gestellte Forderung, in diesem Fall den momentanen Tabellenführer aufsteigen zu lassen und auf Absteiger zu verzichten. Denn in einigen Ligen haben die Teams an der Spitze eine ungleiche Anzahl an Begegnungen: In der Kreisliga A Hochwald etwa liegen der 1. FC Reimsbach II und der SV Weiskirchen Konfeld II mit je 51 Zählern aus 19 Begegnungen vorne. Dahinter ist der 1. FC Schmelz, der bislang 50 Punkte sammelte, aber auch erst 18 Spiele bestritten hat.

Im Falle eines Saisonabbruchs wäre es auch möglich, komplett auf Auf- und Absteiger zu verzichten. Vor allem für die SSV Oppen wäre dies wohl ein Horror-Szenario: Denn die Grün-Weißen führen aktuell die Tabelle der Bezirksliga mit zwölf Punkten Vorsprung vor der SG Nalbach-Piesbach an.