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Fußball, Fehler und Diskussionen

Fußball, Fehler und Diskussionen

München. Seit dem 1:0 von Fußball-Bundesligist Bayern München am Samstag beim VfL Wolfsburg wird - angeheizt von VfL-Trainer Felix Magath - wieder über den Videobeweis diskutiert. Den Weltverband Fifa lässt die erneute Diskussion kalt. "Wir arbeiten an einer Torlinien-Technologie, für andere Sachen wie den Videobeweis gibt es keine konkreten Pläne", teilte ein Fifa-Sprecher mit

München. Seit dem 1:0 von Fußball-Bundesligist Bayern München am Samstag beim VfL Wolfsburg wird - angeheizt von VfL-Trainer Felix Magath - wieder über den Videobeweis diskutiert. Den Weltverband Fifa lässt die erneute Diskussion kalt. "Wir arbeiten an einer Torlinien-Technologie, für andere Sachen wie den Videobeweis gibt es keine konkreten Pläne", teilte ein Fifa-Sprecher mit. Technische Hilfsmittel bei der Entscheidung "Tor oder kein Tor" werde es bis zur Weltmeisterschaft 2014 aller Voraussicht nach geben. Ob ein Spieler im Abseits oder nicht stehe, werde weiterhin der Schiedsrichter auf dem Feld entscheiden. Genau das hatte beim Sieg der Bayern für Diskussionen gesorgt.Die Fifa bleibt bei ihrem Plan: Neun europäische Firmen wurden mit der Entwicklung einer Torlinien-Technologie beauftragt, die in Testphasen von September bis Dezember 2011 und März bis Juni 2012 getestet wird. Bei Tages- und Flutlicht wird die Eignung der Technologien bei freien Schüssen auf das Tor getestet. Bei der Europameisterschaft 2012 werde die Torlinien-Technologie nicht zum Einsatz kommen. In einer Sitzung im Anschluss werde über den Einsatz im Profi-Fußball beraten.

"Wir müssen erst mal warten, ob es überhaupt eine Technologie an der Torlinie gibt, die den Ansprüchen gerecht wird", teilte die Fifa mit. Dann könne man entscheiden, ob es weitere technische Hilfsmittel geben soll. Kategorisch ablehnen will die Fifa einen Videobeweis nicht.

Auslöser der erneuten Diskussion in Deutschland war der Wutausbruch Magaths, der nach dem wegen Abseits aberkannten Tor von Patrick Helmes den Videobeweis gefordert hatte - Helmes stand nämlich nicht im Abseits.

"Wir müssen uns bemühen, die Ergebnisse gerechter zu machen, was natürlich nie ganz gelingen wird. Auf den ersten Blick drängt sich der Einsatz von TV-Bildern auf", sagte Theo Zwanziger. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes ist aber dafür, dass "Tatsachen-Entscheidungen des Schiedsrichters unantastbar bleiben müssen". Technische Hilfestellung bei Streitfällen auf der Torlinie unterstütze er. Ein TV-Beweis dürfe aber keine "Entscheidung rückgängig machen".

Kritisch steht der ehemalige Bundesliga-Trainer Christoph Daum dem TV-Beweis gegenüber. "Videobeweis? Nein. Ich bin für die reine Torentscheidung mit Chip im Ball. Da ist die Technik ausgereift", sagte er stellvertretend für viele Ex-Profis. "Wir können nicht bei jeder strittigen Szene das Spiel anhalten, 16 Kamera-Perspektiven auswerten und dann zu einem gemeinsamen Urteil kommen", sagte etwa Thomas Helmer. Trainer Mirko Slomka von Hannover 96 äußerte seine Angst, das Spiel durch technische Hilfsmittel "kaputt zu machen". Diese Bedenken teilt Zwanziger: "Spiele dürfen nicht zu oft und zu lange unterbrochen werden." Vor allem aber gehören strittige Entscheidungen einfach dazu, wie Helmer konstatiert: "Der Fußball wäre nicht mehr unser Fußball. Er lebt von Diskussionen und auch von Fehlern."