Fußball-Bezirksliga: SG Scheiden steht schon mit dem Rücken zur Wand

Fußball-Bezirksliga : Die SG Scheiden steht mit dem Rücken zur Wand

In der Fußball-Bezirksliga muss die personell geschwächte SG Scheiden-Mitlosheim derzeit kräftig Lehrgeld zahlen.

Seit vier Jahren ist Daniel Brust nun Trainer von Fußball-Bezirksligist SG Scheiden-Mitlosheim. Im Moment muss er wohl die schwersten Wochen seiner vierjährigen Tätigkeit durchleben, denn in der Tabelle ist sein Team nur Schlusslicht, das Pokalspiel am Mittwoch in Gerlfangen musste die Mannschaft absagen.

Dabei lief es bislang für Brust und die SG nicht schlecht. Im ersten Jahr seiner Tätigkeit beendete die Mannschaft die Runde als Vierter, ein Jahr später stand Platz drei zu Buche, ehe man die im Mai abgelaufene Runde als Zehnter beendete. Eine Platzierung, die sich lange abzeichnete: „Einige Spieler hatten schon früh erklärt, dass sie den Verein verlassen wollen oder aus Altersgründen aufhören. Somit hat der letzte Siegeswille in einigen Partien gefehlt.“

Nach der Saison musste die SG elf Spieler ziehen lassen, die allesamt zum Kader der ersten Mannschaft gehörten. Viele dieser Akteure spielen heute in höherklassigen Vereinen, die meisten haben sich dort Stammplätze erspielt. Die hohe Zahl der Abgänge führte auch dazu, dass Scheiden, die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb abmelden musste.

„Folglich spielen jetzt viele junge Spieler, die zuvor in der Reserve aktiv waren, in der Bezirksliga. Das erfordert natürlich Zeit, bis sich die Jungs an das Niveau und das höhere Tempo gewöhnt haben“, sagt Brust. „Obwohl wir bislang immer klar verloren haben und noch keinen Punkt auf dem Konto haben, werden unsere Leistungen so langsam besser. Jedoch haben wir nicht unendlich Zeit, wir müssen punkten. Denn wir stehen mit dem Rücken zur Wand.“

Ob einer der größten Hoffnungsträger, der 19-jährige Paul Brausch, überhaupt nochmal spielen kann, ist ungewiss, denn seine Leistenverletzung klingt nicht ab. Auf die Frage, warum der Verein nicht versucht habe, die Abgänge adäquat zu ersetzen, winkt Brust ab: „Wir sind ein kleiner Dorfverein, zahlen keine Prämien und müssen schauen, wie wir über die Runden kommen. Geld, um Neuzugänge zu verpflichten, ist da nicht vorhanden.“

Auf die Moral scheint die schwache Saisonbilanz keinen Einfluss zu haben, denn der Trainer betont, dass sein Team einen tollen Mannschaftsgeist habe. Ob es ihr gelingt, die Kurve zu kriegen. Am Sonntag, 15 Uhr, kommt der noch ungeschlagene Tabellenvierte SCV Orscholz.