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Funkstille beim Frühstück

Landsweiler-Reden. Die Fußball-Spieler Wladimir und Alexander Otto wohnen bei ihren Eltern in Landsweiler-Reden. An diesem Samstag wird das Familien-Frühstück aber ungewohnt schweigsam ausfallen. Denn um 14.30 Uhr empfängt Wladimir mit dem Oberliga-Zweiten FC Homburg seinen Bruder Alexander, der beim Meister 1. FC Saarbrücken spielt Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Landsweiler-Reden. Die Fußball-Spieler Wladimir und Alexander Otto wohnen bei ihren Eltern in Landsweiler-Reden. An diesem Samstag wird das Familien-Frühstück aber ungewohnt schweigsam ausfallen. Denn um 14.30 Uhr empfängt Wladimir mit dem Oberliga-Zweiten FC Homburg seinen Bruder Alexander, der beim Meister 1. FC Saarbrücken spielt. "Schon vor dem Hinspiel haben wir kein Wort mit einander gewechselt", erinnert sich der 21-jährige Alexander, der spätestens seit dem vorzeitigen Titelgewinn des FCS Oberwasser hat. "Er läuft schon durch die Wohnung und singt: Nie mehr Oberliga", erzählt der ein Jahr jüngere Wladimir. "Zum Geburtstag wollte ich ihm ein Fernglas schenken", frotzelt Alexander, "damit er uns in der Tabelle noch sehen kann".


1991 war die Familie aus Kirgisien ins Saarland gekommen. Fußballspielen haben die Ottos im heimischen Garten gelernt. "Unser Vater hat aus Holzbrettern zwei Tore gebaut und wir haben dann gegeneinander gespielt", sagt Wladimir. Alexander ergänzt: "Viele Blumen und einige Scheiben mussten dabei dran glauben." Über den FC Landsweiler-Reden führte der Weg beider in die C-Jugend des FCS. Vor dieser Saison entschied sich Wladimir zum Wechsel zum FC Homburg: "Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Trainer Jens Kiefer kenne ich ja noch aus Saarbrücken. Ich konnte mich in Homburg sportlich gut weiterentwickeln." Kein Wunder: Wladimir gehört zum Stammpersonal. Dafür musste sein Bruder lange kämpfen. "Ich wollte schon immer als großer Bruder eine Vorbildfunktion für Wladimir übernehmen", sagt Alexander: "Doch das ging nicht, als ich in der Hinrunde nur auf der Bank saß." Mit Trainingsfleiß und Einsatz hat er sich aber in die Startelf des Regionalliga-Aufsteigers gearbeitet - fehlte aber beim 6:2 am vergangenen Dienstag gegen den SV Mettlach wegen einer Sommergrippe: "Jetzt will ich wieder dabei sein, zumal ich ja direkt gegen meinen Bruder spielen könnte." Denn wenn FCH-Linksverteidiger David Seibert weiter ausfällt, rückt Wladimir auf diese Position und träfe auf den rechts spielenden Alexander.

"Wir sind zu Hause ungeschlagen, das wird auch an diesem Samstag so bleiben", betont Wladimir: "Wir gewinnen 1:0." Ein Tipp, der den Bruder nur lächeln lässt: "Das Spiel endet wie im Hinspiel: 2:0 für den FCS. Der Verlierer im Bruder-Duell muss übrigens das Auto des Siegers waschen.

Nicht waschen, sondern abschminken kann sich FCS-Torwart Enver Marina alle Träume von der Rückkehr ins Tor in dieser Saison. Im Training am vergangenen Mittwoch brach die Leistenverletzung wieder auf. Im Umfeld des FCS wachsen die Sorgen, ob Marina überhaupt wieder fit wird.