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Fußball-Regionalliga Südwest
Für Stegerer ist der Trainer der Erfolgs-Faktor

Tim Stegerer sieht aktuell große Unterschiede im Vergleich zu früheren Homburger Mannschaften.
Tim Stegerer sieht aktuell große Unterschiede im Vergleich zu früheren Homburger Mannschaften. FOTO: Andreas Schlichter
Homburg. Der Routinier ist seit 2014 beim FC Homburg. Heute Abend kann er mit dem Aufsteiger die Tabellenführung übernehmen. Von Ralph Tiné

Drei Mal in Folge 3:0 gewonnen, die beste Abwehr der Liga (zwei Gegentore) und die zweitbeste Offensive (zehn Treffer) – der FC Homburg ist zweifellos die Mannschaft der Stunde. Holt der Tabellendritte gegen den FSV Mainz 05 II heute Abend (19 Uhr, Waldstadion) mindestens einen Punkt, würden die Grün-Weißen vorerst die Tabellenspitze in der Fußball-Regionalliga Südwest übernehmen.


Ist das der beste FC Homburg seit dem erstmaligen Aufstieg in die Regionalliga 2010? Tim Stegerer, der seit 2014 das Homburger Trikot trägt, glaubt zumindest an den besten FCH, seit er da ist. „In den ersten zwei Jahren hatten wir auch gute Teams. Aber in diesem Jahr habe ich das Gefühl, dass die Qualität noch einmal ein gutes Stück höher ist. Wir haben in diesem Jahr eine richtig gute Mannschaft dastehen“, sagt der Routinier auf der defensiven Außenbahn.

Der deutlich erhöhte Etat hat es möglich gemacht, dass die individuelle Klasse der „namhaften Neuzugänge, die bei Topmannschaften gespielt haben“, wie Stegerer sagt, augenscheinlich so hoch ist. Dafür, dass die Einzelkönner so schnell zu einer homogenen Mannschaft zusammengewachsen sind, ist in erster Linie Jürgen Luginger verantwortlich. Die Spielphilosophie des Trainers ist auf dem Platz deutlich erkennbar. „Er gibt uns genau vor, wie wir spielen sollen“, sagt Stegerer und beschreibt die Strategie konkret: „Wenn wir vorne einen Ballverlust haben, wollen wir sofort gegenpressen. Das fängt in der Offensive an, und das machen die Jungs vorne richtig gut – was uns hinten natürlich auch entlastet. Und kommt der Gegner doch mal an unseren Sechzehner durch, sind sofort alle Defensiven da. Das funktioniert bislang richtig gut.“



Außer bei den Gegentreffern bei der unglücklichen 1:2-Niederlage bei Wormatia Worms zum Saisonauftakt ließ der FCH auf diese Weise hinten noch keine Tore zu. Stegerer, der sich trotz der neuen Konkurrenz durchgesetzt und sich einen Stammplatz erkämpft hat, beschreibt seinen Trainer als mitreißenden Macher. „Er hat ein Ziel vor Augen und versucht, das im ganzen Verein weiterzugeben, sodass eine Euphorie entsteht. Man merkt ja, dass nach den guten Ergebnissen eine richtige Aufbruchstimmung herrscht“, erzählt der 30-Jährige, der im letzten Jahr erstmals Vater wurde.

Dass Luginger bei der Zusammenstellung des Kaders neben der sportlichen Qualität der Spieler vor allem deren Teamfähigkeit bewertet und dabei ein gutes Händchen hat, war schon in der letztjährigen Oberliga-Saison erkennbar. Stegerers Vergleich mit dem Abstiegsteam fällt eindeutig aus: „Im Abstiegsjahr gab es nicht den besten Zusammenhalt. Das hat man auch auf dem Platz gemerkt. Da waren einige Leute dabei, denen relativ egal war, was mit dem Verein passiert. Im letzten Jahr hat man gemerkt, dass der Trainer viel Wert auf den Charakter der Spieler legt.“

Bereits vor seinem Wechsel nach Homburg hatte Stegerer beim 1. FC Saarbrücken mit Luginger gearbeitet. Er spricht von einer „Weiter­entwicklung“ seines Trainers seit damals, ohne ins Detail zu gehen. Stegerers nachdrückliches „Ja“ auf die Frage, ob Luginger streng sei, lässt aber einen Aspekt erahnen. Beim FCS wurde Luginger vorgeworfen, er sei im Umgang mit der Mannschaft zu weich. Diesen Eindruck vermittelt er heute nicht.

So scheute Luginger auch nicht davor zurück, Kapitän Christian Telch zugunsten der Entscheidung für das erfolgreiche 4-1-4-1-System auf die Bank zu beordern. Dass Telch zuletzt beim 3:0-Sieg gegen die SV Elversberg nach 30 Minuten reinkam und den verletzten Daniel di Gregorio hervorragend ersetzte, spricht auch für den Trainer.