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Fußball-Supercup
Für Kovac ist es „absolut ein besonderes Spiel“

Trainer Niko Kovac gibt auf dem Platz Anweisungen. Am Sonntag trifft er mit den Bayern auf seinen Ex-Club Eintracht Frankfurt, mit dem er den Meister im letzten DFB-Pokalfinale noch bezwungen hatte.
Trainer Niko Kovac gibt auf dem Platz Anweisungen. Am Sonntag trifft er mit den Bayern auf seinen Ex-Club Eintracht Frankfurt, mit dem er den Meister im letzten DFB-Pokalfinale noch bezwungen hatte. FOTO: dpa / Peter Kneffel
München. Der Meister FC Bayern und sein neuer Trainer treffen im Supercup am Sonntag auf den DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt. sid

Niko Kovac betrat am Freitag bestens gelaunt den kleinen Presseraum an der Säbener Straße. Dem 46-Jährigen war die Vorfreude auf das emotionale Wiedersehen mit seinem Ex-Club deutlich anzusehen. „Es ist absolut ein besonderes Spiel. Ich komme wieder zurück, wo ich vor Kurzem noch war und zweieinhalb wunderschöne Jahre hatte“, sagte der neue Trainer des FC Bayern vor dem Supercup-Finale an diesem Sonntag (20.30 Uhr/ZDF) gegen Pokalsieger Eintracht Frankfurt – und grinste noch breiter als gewöhnlich.


Doch bei aller Gefühlsduselei: Kovac will nach sechs intensiven Vorbereitungswochen mit aller Macht seine erste Trophäe mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister gewinnen – ohne Rücksicht auf seine Eintracht. „Wir haben den ersten Titel zu verteidigen. Den wollen wir unbedingt holen. Das ist ein wichtiger Titel“, sagte der Kroate.

Seine Stars brennen nach dem überraschenden 1:3 im Pokalfinale gegen die Hessen ohnehin auf Revanche. Die Mannschaft sei nach den Enttäuschungen der vergangenen Saison inklusive des WM-Desasters „extrem hungrig auf Erfolgserlebnisse“, unterstrich Thomas Müller, einer der WM-Frustrierten. Man habe „noch eine Rechnung offen“, sagte Joshua Kimmich.



Dass Kovac an jenem 19. Mai noch Trainer in Frankfurt gewesen war, biete laut Müller „schon eine besondere Konstellation“. Deshalb erwartet Kapitän Manuel Neuer den Coach „hochmotiviert“: „Das werden wir Spieler aber auch sein. Für uns ist das nicht irgendein Spiel. Der Supercup hat schon seine Bedeutung, und so gehen wir das auch an.“

Wie der Empfang in seiner alten Heimat sein wird, wisse er nicht, sagte Kovac. Er gehe aber „davon aus, dass die Fans die gemeinsame Zeit nicht vergessen haben.“ Sollte es dennoch Pfiffe gegen ihn geben? „Okay, so ist das Leben“, sagte Kovac, der bei seinem ersten Pflichtspiel mit den Bayern fast aus dem Vollen schöpfen kann. Nur James (Prellung) ist angeschlagen. Auch einen Einsatz von Jérôme Boateng, der vor einem Verkauf zu Paris St. Germain steht, schloss er nicht aus.

Dass sich dessen Mitspieler wie etwa Arjen Robben oder Franck Ribéry in den letzten Tagen vehement gegen einen Transfer des Innenverteidigers ausgesprochen hatten, wertete Kovac als gutes Zeichen. „Das zeigt, dass es in der Mannschaft stimmt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Saison als Team positiv gestalten“, sagte er. Die Entwicklung bei der Eintracht, bei der er eine lebenslange Mitgliedschaft besitzt, beobachtet Kovac trotz seiner neuen Aufgabe noch immer interessiert: „Ja natürlich, das ist doch normal.“