Für Franzmann wird es ernst

Saarbrücken. Joelle Franzmann zeichnet eine spezielle Art von Humor aus. So hat die Triathletin einen leichten Hang zur Selbstironie. Das bewies sie am vergangenen Samstag, als sie sich das Badminton-Bundesliga-Finale zwischen dem 1. BC Bischmisheim und dem 1. BC Beuel anschaute

 Der Konkurrenz davon laufen - das will Triathletin Joelle Franzmann am Samstag bei der EM in Lissabon. Foto: SZ/ITU

Der Konkurrenz davon laufen - das will Triathletin Joelle Franzmann am Samstag bei der EM in Lissabon. Foto: SZ/ITU

Saarbrücken. Joelle Franzmann zeichnet eine spezielle Art von Humor aus. So hat die Triathletin einen leichten Hang zur Selbstironie. Das bewies sie am vergangenen Samstag, als sie sich das Badminton-Bundesliga-Finale zwischen dem 1. BC Bischmisheim und dem 1. BC Beuel anschaute. Auf die Bitte nach einem Termin in dieser Woche, um mit ihr über die anstehende Europameisterschaft zu plaudern, antwortete die 29-Jährige von Tri Sport Saar Hochwald: "Gerne - vorher ist gut, hinterher gibt's ja wohl nicht viel zu berichten."

Ganz ernst gemeint hat Franzmann diese Aussage natürlich nicht. Aber sie gibt damit schon einen kleinen Einblick in ihre Gefühlswelt. Denn die europäischen Titelkämpfe im portugiesischen Lissabon am Samstag sind für Franzmann das wichtigste Rennen der Saison, ihre Teilnahme ein Muss. Während ihre Nationalmannschafts-Kolleginnen Anja Dittmer und Ricarda Lisk die EM auslassen und sich in aller Ruhe und mit voller Konzentration auf die Olympischen Spiele in Peking vorbereiten können, muss sich Franzmann erst noch qualifizieren.

Je einen Olympia-Platz bei den Männern und den Frauen vergibt die Deutsche Triathlon-Union (DTU) noch. Bei den Frauen starten neben Franzmann Christiane Pilz (Rostock), Rebecca Robisch (Roth) und Kathrin Müller (Potsdam). Ein Olympia-Ticket in Lissabon wird dann verteilt, wenn nur eine Deutsche unter den besten 15 landet. "Das ist aber eher unwahrscheinlich. Ich denke, dass zwei oder sogar drei von uns unter die Top 15 kommen", sagt Joelle. In diesem Fall gibt es eine erneute Ausscheidung beim Weltcuprennen in zwei Wochen in Madrid. Kommt niemand, auch Franzmann nicht, unter die besten 15, hat Franzmann das Ticket in der Tasche.

Sollte Franzmann eine Medaille gewinnen oder sogar Europameisterin werden, wäre das also noch lange nicht gleichbedeutend mit dem ersehnten Peking-Ticket, denn sie ist abhängig von der deutschen Konkurrenz. Eine Situation, mir der sie leben kann. "Ich habe gut trainiert, bin gut in Form", sagt Joelle, "vor allem im Laufen habe ich sehr gute Sachen gemacht." Aus dieser Tatsache entwickelt sich ein gesundes Selbstbewusstsein. "Ich will nicht im Schongang einen Platz unter den besten 15 erreichen, sondern habe mir eine Medaille zum Ziel gesetzt", sagt Franzmann. Das wäre gut für die Psyche, wenn es denn in Madrid zum "Showdown" um das Olympia-Ticket gehen sollte. Und es gäbe doch etwas über Franzmann zu berichten.

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