Für die TG Saar heißt es Gold-Finale oder bittere Enttäuschung

Turnen : Gold-Finale oder bittere Enttäuschung

Die Turner der TG Saar bestreiten bei der KTV Straubenhardt den letzten und entscheidenden Saison-Wettkampf.

Hätte, wenn und aber – alles nur Gelaber. Thorsten Michels macht sich nichts vor. Den ersten „Elfmeter“ im Kampf um das Titel-Finale in der Deutschen Turnliga (DTL) hat seine TG Saar vergeben. Die 30:44-Heimschlappe gegen den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau war bitter, ein Schock. „Aber es ist, wie es ist. Abhaken, nächste Chance nutzen“, sagt der TG-Vorsitzende und richtet den Fokus auf den letzten und wichtigsten Wettkampf der regulären Saison.

Bei der KTV Straubenhardt wollen die Jungs von Turner-Trainer Eugen Spiridonov an diesem Samstag ab 18 Uhr zeigen, was sie wirklich draufhaben. Im zweiten Anlauf soll das Meisterschafts-Duell am 30. November in Ludwigsburg klargemacht werden. So lautet der Plan. „Wir müssen uns noch einmal strecken. Wenn wir dreieinhalb Geräte gewinnen, können wir den Wettkampf auch verlieren und stehen trotzdem im Finale“, rechnet Michels vor. Und er ist sicher, dass die zuletzt hohe Fehlerquote sinkt. „Wir haben es verpasst, den Sack vorzeitig zuzumachen. Das Team wird eine Trotzreaktion zeigen und alles geben, um das große Ziel zu realisieren“, verspricht der 40-Jährige.

Lukas Dauser teilt den Optimismus. Im spannenden Dreikampf um das Gold-Finale mit den personell ebenbürtigen Riegen aus Straubenhardt (10:2 Punkte) und Wetzgau (8:4) sieht der Nationalturner für seine TG Saar (10:2) gute Chancen. „Wir haben ja noch einen Matchball und ein starkes Team. Wenn wir unser Ding durchziehen und alles abrufen, kann uns keiner schlagen“, sagt der Barren-Finalist bei der Weltmeisterschaft in Stuttgart.

Brisant: Bei Punktegleichheit würden am Ende die gewonnenen Geräte entscheiden und hier hat Straubenhardt (+36) im Vergleich zur TG Saar (+28) und Wetzgau (+16) die besten Karten. Der Gewinn eines Gerätes würde dem Liga-Primus zum Einzug ins „Große Finale“ reichen. „Wenn wir den Wettkampf gewinnen, sind wir drin. Sieben Punkte müssen es mindestens sein, sonst könnte der Traum platzen“, warnt Michels, der Wetzgau beim Vorletzten Singen zwölf Gerätepunkte zutraut. „Es geht um alles. Wir werden voll angreifen, in Bestbesetzung“, verspricht Michels, das ganze Potenzial abzurufen.

Aber genau das gelang zuletzt nicht immer, wie die „Punkte-Nullnummer“ von Barren-Olympiasieger Oleg Wernjajew gegen Wetzgau, ärgerliche Stürze und die anhaltende Team-Schwäche am Sprung zeigten. Am früheren Paradegerät vermisst der dreifache deutsche Meister seine „fußkranken“ Spezialisten Philipp Matzke, Lukas Dauser und Felix Remuta schmerzlich. „Ich kann drei Geräte turnen, aber noch nicht springen“, sagt Remuta, der deutsche Meister am Sprung, seufzend. Dauser gibt vor dem Spitzen-Duell derweil Entwarnung. „Ich habe noch Schmerzen und trage im Training einen Verband. Sprung wird aber gehen, Boden noch nicht“, verrät der Sportsoldat: „Ich hoffe, dass ich im DTL-Endturnier wieder alle Geräte turnen kann. Dann um Gold, da bin ich mir ganz sicher.“

Dreifach-Weltmeister Nikita Nagornyy verfolgt dasselbe Ziel. Wernjajew will nach seinem Blackout gegen Wetzgau nun in Straubenhardt wieder Vollgas geben. Waldemar Eichorn, Eugen Spiridonov, Sebastian Krimmer, Luca Ehrmantraut und Florian Lindner haben nichts anderes vor. „Alle drei Top-Teams haben die Qualität, Meister zu werden, aber ein Team wird mit Blick auf das Gold-Finale auf der Strecke bleiben. Ein Scheitern wäre enttäuschend“, gesteht Michels, doch daran glaubt er nicht: „Unsere Jungs kämpfen am Samstag um jeden Punkt. Sie wissen, um was es geht, und müssen abliefern.“ Ohne Wenn und Aber.

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