Für die HG Saarlouis ist mehr als Mittelmaß diese Saison nicht drin

Handball : Mehr als Mittelmaß ist wohl nicht drin

Die HG Saarlouis spielt zuhause stark, auswärts nicht. Die Gründe liegen auf der Hand, Besserung ist aber nicht in Sicht.

„Das Wichtigste ist, dass wir in Heimspielen unserem treuen Publikum ein Erlebnis bieten“, betont Richard Jungmann, der Vorsitzende der HG Saarlouis mit Blick auf den Saisonverlauf in der 3. Handball-Liga Süd: „Diese Maßgabe hat die Mannschaft bisher erfüllt.“ Dass aber längst nicht alle Hoffnungen und Erwartungen erfüllt wurden, dürfte alleine anhand der aktuellen Bilanz von 11:13 Punkten jedem klar sein. Damit rangiert der Verein als Achter im grauen Mittelmaß

„Die Auswärtsspiele sind unsere große Baustelle – dass wir dort immer zehn schwache Minuten einbauen, in denen wir das Spiel komplett aus der Hand geben“, sagt Jungmann zu den sechs Niederlagen aus sieben Partien in der Fremde. Nur gut, dass an diesem Samstag wieder ein Heimspiel wartet, wenn die HG ab 19.30 Uhr in der Saarlouiser Stadtgartenhalle den Aufsteiger und Tabellenletzten TSV Blaustein (4:20 Punkte) empfängt.

„Wir haben daheim noch kein Spiel verloren. Das ist schon mal sehr gut“, sagt Peter Walz. Der HG-Kapitän, der sich diese Rolle heuer mit Philipp Leist teilt, macht keinen Hehl daraus, dass seine Kollegen und er gegen Blaustein mit dem fünften Heimsieg in die Erfolgsspur zurückmöchten, nachdem sie zuletzt beim 30:30 gegen Kornwestheim zuhause erstmals einen Zähler abgegeben hatten. „Da gibt es keine Ausreden“, betont Walz.

Keine Ausrede, aber durchaus eine Erklärung für die Saarlouiser Auswärtsschwäche sieht der 25-Jährige in der fehlenden Kaderbreite. „Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Wir können kaum mal ordentlich sechs gegen sechs trainieren bei nur neun Feldspielern. Klar kriegen wir Hilfe aus zweiter Mannschaft und Jugend – am Wochenende erwartet uns aber ein anderes Niveau“, sagt Walz. Andere Teams seien viel besser aufgestellt, könnten so auch in den Spielen mal durchwechseln, weshalb der Rückraumakteur festhält: „Für die Größe unseres Kaders liegen wir im Soll – ein besseres Ergebnis wäre für mich sogar ungewöhnlich.“ Walz sagt, er könne verstehen, dass die Erwartungen „durch unsere super Rückrunde letzte Saison, in der wir aber teils über unsere Verhältnisse gespielt haben“, bei vielen höher war – „jetzt sind wir aber wieder in die Realität geholt worden“, sagt Walz.

Die Problematik kleiner Kader, dem mit Ivo Kucharik und Lars Walz zudem zwei Langzeitverletzte angehören, hat auch HG-Trainer Philipp Kessler öfters thematisiert. Zuletzt wieder nach dem 26:30 beim Ligazweiten TuS Fürstenfeldbruck: „Für ganz oben wird es für uns nicht reichen, dafür sind wir vom Kader her nicht genug besetzt“, sagte er. Abgesehen von den Verletzten wird sich an der suboptimalen Situation wohl auch nichts ändern. „Das Thema kann man schnell abhaken“, sagt HG-Macher Jungmann. Der finanzielle Rahmen gebe halt nicht mehr her. „Es war ein Kraftakt, den Zweitliga-Abstieg abzufedern. Wir stehen wirtschaftlich gesund da – das ist das Wichtigste, zumal es in der Vergangenheit im Saarland schon andere Beispiele gab“, erläutert Jungmann. In seiner letzten Saison, nach der er als Vorsitzender und Manager zurücktritt, wird er es erst recht vermeiden, noch ein finanzielles Wagnis einzugehen.

Als Ziel für die laufende Runde bleibt daher, „den siebten Platz aus der Vorsaison zumindest zu wiederholen“, wie Trainer Kessler sagt. Als Achter ist die HG gar nicht so weit weg. Vergangenes Jahr wies sie mit 14:16 Punkten sogar nach der Hinrunde eine negative Bilanz auf. Das soll sich nicht wiederholen, den ersten Schritt peilt die HG Saarlouis am Samstag gegen Blaustein an.