| 20:19 Uhr

Regionalliga Südwest
Für den SV Röchling wird es immer schwerer

Völklingens Trainer Günter Erhardt weiß, dass es jetzt ganz schwer wird.
Völklingens Trainer Günter Erhardt weiß, dass es jetzt ganz schwer wird. FOTO: Thomas Wieck
Völklingen. Regionalliga-Schlusslicht unterliegt beim Vorletzten Hessen Kassel mit 2:3. Die Hoffnung auf den Klassenverbleib schwindet. Von Ralph Tiné

Günter Erhardt reagierte ein wenig gereizt auf die Frage, ob das Abenteuer Regionalliga für den SV Röchling Völklingen zu Ende sei. „Tiefer geht es nicht, und roter wird die Laterne auch nicht mehr. Das war ein Sechs-Punkte-Spiel, das haben wir verloren. Aber deshalb werden wir den Spielbetrieb nicht einstellen“, sagte der Trainer des SVR am Samstag. Mit 2:3 hatte der Tabellenletzte die zuvor von Erhardt selbst zum Endspiel erklärte Partie beim Vorletzten KSV Hessen Kassel verloren. Es war das elfte Spiel ohne Sieg in Folge für den Aufsteiger, für den der Abstieg kaum noch zu vermeiden ist.


Dass Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche die Hoffnung auf den Klassenverbleib noch nicht aufgeben wollen, solange dieser theoretisch noch erreichbar ist, ist nachvollziehbar. Wie schwer es allen fällt, noch Worte der Zuversicht zu finden, war aber deutlich erkennbar. „Wenn ich daran nicht mehr glauben würde, könnten wir die Punkte auch herschenken. Ich werde der Mannschaft den Rücken stärken, bis nichts mehr geht“, sagte SVR-Präsident Michael Arnold. Dass der Trainer unabhängig vom Saisonverlauf nicht in Frage steht, hatte Arnold bereits vor Beginn der Spielzeit klar gestellt und wurde vom Vorsitzenden Wolfgang Brenner vor wenigen Tagen wieder bestärkt.

Thomas Birk tat sich schwerer, die Hoffnung auf ein Wunder aufrechtzuerhalten. „Es ist schon schwer, noch daran zu glauben. Das war heute so etwas wie der letzte Strohhalm“, räumte der Linksverteidiger ein. Der 19-jährige Jannik Messner gab zu Protokoll: „Dass wir jetzt schon abgestiegen sind, würde ich nicht sagen. Ich bin ein positiver Spieler und werde immer daran glauben.“ Der Innenverteidiger war es, der mit seinem Kopfballtor zum 1:2-Anschluss in der 61. Minute die Hoffnung der Völklinger aufleben ließ. Bis dahin hatte kaum einer der 2000 Zuschauer im Kasseler Auestadion den Eindruck, dass es für die Gäste in diesem Spiel um alles ging. Nach dem Treffer von Sebastian Szimayer hatte der SVR bereits nach einer Minute mit 0:1 in Rückstand gelegen. In der 21. Minute erhöhte Antonio Bravo-Sanchez per Foulelfmeter auf 2:0 für die Hessen.



In der 41. Minute hatte Erhardt genug und wollte mit der Einwechslung von Felix Dausend und Gianluca LoScrudato für Zachary Hadji und Jeremy Groß ein Zeichen setzen. „Wenn es 0:2 steht, gibt es Handlungsbedarf. Ich hatte keine Lust, vor der Halbzeit noch das 0:3 zu kassieren“, machte der Trainer seinem Ärger über die Leistung bis zu diesem Zeitpunkt keinen Hehl.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Völklingen verbessert, ließ die allerletzte Entschlossenheit im Abstiegskampf aber weiter vermissen. Erst nachdem Mike Andreas nur zwei Minuten nach Messners Treffer angeschossen wurde und der Ball zum 2:2 ins Kasseler Tor prallte, war der SVR voll da und erkämpfte sich sogar ein Übergewicht gegen die sichtlich geschockten Gastgeber.

In der 77. Minute war dann viel Glück für den Gegner im Spiel, als der Kopfball von Kassels Sergej Evljuskin aus dem Gewühl heraus zum 3:2-Endstand unhaltbar im Winkel des Völklinger Tors landete. Der SVR versuchte noch einmal zurück zu kommen, hatte dem erneuten Rückstand aber nichts mehr entgegenzusetzen.