| 20:41 Uhr

2. Handball-Bundesliga
Fünf Punkte müssen wieder reingeholt werden

Trainer Philipp Kessler von der HG Saarlouis musste auf seinem Taktikbrett in der Winterpause häufig improvisieren. Zeitweise fielen beim Vorletzten der 2. Liga sechs Spieler aus. Gleich zum Beginn wartet jetzt in Rimpar ein dicker Brocken auf Kessler und sein Team.
Trainer Philipp Kessler von der HG Saarlouis musste auf seinem Taktikbrett in der Winterpause häufig improvisieren. Zeitweise fielen beim Vorletzten der 2. Liga sechs Spieler aus. Gleich zum Beginn wartet jetzt in Rimpar ein dicker Brocken auf Kessler und sein Team. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Der abstiegsbedrohte Handball-Zweitligist HG Saarlouis startet am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel in Rimpar ins Jahr. Sebastian Zenner

Am kommenden Sonntag beginnt für die HG Saar­louis der Kampf ums Überleben in der 2. Handball-Bundesliga. Die Saarländer sind als Vorletzter mit vier Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz um 17 Uhr bei der DJK Rimpar (Platz fünf) zu Gast. „Es ist ja nichts Neues, dass wir uns in einer prekären Situation befinden“, sagt der HG-Vorsitzende Richard Jungmann zur schlechtesten Halbzeitbilanz der letzten Jahre. Das Umfeld reagiere „in der Regel sehr sympathisch, aber besorgt“, die Spieler gingen „mutig an die Sache heran. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie resignieren würden. Mit Sicherheit nicht.“


Zu Beginn der vierwöchigen Vorbereitung hatte HG-Trainer Phi­lipp Kessler zeitweise sechs Ausfälle zu beklagen. Unter anderem musste Michael Schulz am Fuß operiert werden. Er wird am Sonntag wahrscheinlich ausfallen. Mit Peter Walz (Kreuzbandriss) fällt ein wichtiger Baustein des Teams ohnehin bis Saisonende aus.

Nach zwischenzeitlicher Entspannung pfuschten Kessler dann einige grippale Infekte (Marcel Engels, Jerome Müller, Pascal Noll) dazwischen. Optimale Trainingsbedingungen sehen anders aus. Zumal gerade die Automatismen, also das Einspielen und Wiederholen grundsätzlicher Abläufe, der verunsicherten Mannschaft wieder Selbstsicherheit bringen sollen. „Es ist nicht so, dass kein anständiges Training möglich war, wir haben kein quantitatives Problem. Aber es fehlten immer ein, zwei spielentscheidende Figuren. Es ist wie ein Fluch“, klagt Jungmann.



„Ich bin nicht unzufrieden mit der Vorbereitung, aber es hätte optimaler laufen können. So musste ich improvisieren“, gibt auch Trainer Philipp Kessler zu. Er relativiert aber auch: „Das hat dem einen oder anderen aber gut getan. Die Jungs sind jedenfalls heiß und wollen zeigen, dass sie es besser können. Es wird Zeit, dass es endlich losgeht.“

Die Testspiele liefen ohne Bestbesetzung entsprechend durchwachsen: Dem 37:25-Erfolg über Oberligist VTZ Saarpfalz folgten eine 25:26-Niederlage gegen die HF Ill­tal (Oberliga) und ein 31:28-Sieg gegen den französischen Zweitligisten Grand Nancy Metropole HB. Zum Abschluss kassierte die HG eine 23:32-Niederlage gegen Erstligist TSG Ludwigshafen-Friesenheim, die „Eulen“ sind der künftigen Verein von Jerome Müller. Der 21-jährige Junioren-Nationalspieler wird die HG im Sommer verlassen. Wie auch Lars Weissgerber, den es nach der laufenden Saison zum Erstligisten HSG Wetzlar zieht.

Die Suche nach adäquaten Nachfolgern für die beiden Talente läuft. Nicht nur das. „Die Kaderplanung läuft das ganze Jahr über“, erklärt Jungmann. „Dass wir im Moment einmal mehr nicht wissen, in welcher Liga wir nächstes Jahr spielen werden, macht die Sache nicht leichter. Es ist genauso schwierig, wie man sich das als Laie vorstellt.“

„Für uns wird es schwierig, die Jungs zu ersetzen. Sie kommen aus dem Saarland und haben große handballerische Qualität“, ergänzt Philipp Kessler, „Aber ich bin froh, dass diese Dinge jetzt geklärt sind und wir uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren können. Und das heißt, alles daranzusetzen, in der 2. Liga zu bleiben.“

Um den drohenden Abstieg in die Drittklassigkeit und damit einen noch größeren personellen Umbruch zu verhindern, muss die HG vor allem eines: deutlich öfter gewinnen als bisher. Gerade einmal vier Siegen stehen bisher ein Unentschieden und 15 Niederlagen gegenüber. „Wir hatten uns für die Hinrunde fünf Punkte mehr vorgestellt. Die müssen wir wieder reinholen“, beziffert Jungmann den Fehlbetrag nach 20 Spielen.

Damit am Sonntag bei den Rimpar Wölfen zu beginnen, wird schwer: Jedes Spiel gegen die Unterfranken „ist gekennzeichnet von absolutem Kampf. Dort haben noch nicht viele Teams gewonnen“, weiß Trainer Kessler. Er kündigt aber selbstbewusst an: „Wir lassen uns was einfallen und spielen voll auf Sieg.“