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Früher vor 20 Fans, jetzt vor 20000Mit frischen Strähnchen nach Berlin

Früher vor 20 Fans, jetzt vor 20000Mit frischen Strähnchen nach Berlin

Saarbrücken. Die Fußball-Frauen des 1. FC Saarbrücken werden auch durch das Pokalfinale gegen den 1. FFC Frankfurt immer mehr zum Aushängeschild des Vereins. Das war nicht immer so, weiß Winfried Brockskothen (Foto: Hartung). Der 36-jährige Elektro-Installateur ist seit 1981 FCS-Fan, seit Gründung der Frauen-Abteilung 1997 unterstützt er auch diese

Saarbrücken. Die Fußball-Frauen des 1. FC Saarbrücken werden auch durch das Pokalfinale gegen den 1. FFC Frankfurt immer mehr zum Aushängeschild des Vereins. Das war nicht immer so, weiß Winfried Brockskothen (Foto: Hartung). Der 36-jährige Elektro-Installateur ist seit 1981 FCS-Fan, seit Gründung der Frauen-Abteilung 1997 unterstützt er auch diese. "Ich finde es faszinierend, was im Frauenfußball aus kleinen Dingen gemacht wird. Die Mädchen arbeiten alle. Es gibt nicht so viel Kommerz, und ich schätze das Familiäre", sagt der Wahlschieder, der mittlerweile auch Vizepräsident des Fördervereins ist.

In seiner Zeit als Fan der FCS-Frauen erlebte er auch bittere Phasen wie ein Jahr in der Bundesliga mit nur einem Punkt, ein 0:12 gegen den FFC Frankfurt oder eine Saison in der Regionalliga (damals die zweithöchste Klasse). "Da gab es auch mal Spiele wie im pfälzischen Breitenthal, die vor 20, 30 Zuschauern stattfanden. Auch bei den Heimspielen waren es meist nur 100, 150 Zuschauer", erinnert sich der Anhänger und erklärt: "In der Fanszene hat das mittlerweile viel mehr Akzeptanz. Viele junge Fans kommen, manche fahren sogar zu den Auswärtsspielen. Das hat wohl auch damit zu tun, dass es sich um sehr junge und attraktive Spielerinnen handelt." In Berlin wird sich das Stadion während des Frauenfinales füllen, so dass es zu Spielende etwa 20000 bis 30000 Fans sein werden.

Auch bei fast allen Auswärtsspielen ist Winfried Brockskothen dabei. "Im Pokal habe ich in Kiel einen Glückspfennig vergraben", schmunzelt er, "nach dem Spiel haben wir ihn aber nicht mehr gefunden." Den Zuschauerboom beim FCS, zuletzt vierstellige Zahlen, hätte Brockskothen so nicht erwartet, der Einzug ins Pokalfinale überrascht ihn hingegen wenig. "Wir standen schließlich schon drei Mal im Halbfinale", sagt er und hofft darauf, lange ein 0:0 zu halten. Vielleicht werde der FFC Frankfurt dann nervös, zumal es nach 90 Minuten keine Verlängerung, sondern direkt Elfmeterschießen gäbe.

1200 Karten hatte der FCS für das Pokalfinale erhalten. Bei der Abwicklung war der Fanbeauftragte Günter Gerhard nicht zu beneiden. Bisher stehen sechs Busse nach Berlin bereit, etliche Fans machen sich per Auto, Zug oder Flugzeug auf den Weg. "Extra zum Finale wird sogar die Fanmeile wieder geöffnet", sagt Gerhardt und freut sich auf das große Finale. "So etwas hat es noch nicht gegeben. Das haben sich die Mädels wirklich verdient." Auch er glaubt an eine kleine Siegchance für den krassen Außenseiter: "Vielleicht unterschätzt uns Frankfurt ja auch."

Den Lautstärkenvergleich mit den Fans der Hessinnen sollten die blau-schwarzen Anhänger auf jeden Fall gewinnen. Denn auch viele jüngere Fans haben Karten bekommen, was Abteilungsleiter Heinz Haupenthal wichtig war. "Denn so wie uns in Köln 1000 Fans unterstützt haben, das war toll", sagt Haupenthal, der morgen seinen 61. Geburtstag feiert. Saarbrücken. Top-gestylt werden die FCS-Kickerinnen am Donnerstag nach Berlin fahren. Dafür gesorgt haben in den letzten Tagen Heinz Gehse und seine Mitarbeiterinnen vom Saarbrücker Haarstudio "Coiffeur de Paris". Reihum wurde fleißig geschnitten, gelegt, getönt und gefönt. Alle Spielerinnen werden sich am Samstag mit frischen Strähnchen präsentieren. Hell in Dunkel sind sie gehalten - auf blaue Farbtupfer im schwarzen Schopf haben jedoch alle verzichtet. "Das ist eine nette Abwechslung hier und beruhigt irgendwie", stellt Torhüterin Romina Holz fest, während sich nebenan Lisa Schwab, die zweite Hälfte des "Duos Schwolz", verwöhnen lässt. "Die Mädels sind top drauf", bestätigt Studio-Chef Heinz Gehse.kk

 Schönmachen fürs Pokalfinale: Nadine Kraus (vorne) und Selina Wagner lassen sich bei Coiffeur de Paris die richtige Endspiel-Frisur verpassen. Foto: Oliver Dietze
Schönmachen fürs Pokalfinale: Nadine Kraus (vorne) und Selina Wagner lassen sich bei Coiffeur de Paris die richtige Endspiel-Frisur verpassen. Foto: Oliver Dietze