| 20:38 Uhr

Radsport
Froome startet trotz Doping-Affäre

Granada. Brite fährt bei der ersten Etappe der Ruta del Sol mit. Ein Verfahren naht aber.

Der unter Dopingverdacht stehende Radprofi Chris Froome (Team Sky) hat trotz der über ihm schwebenden Salbutamol-Affäre in Spanien sein Saisondebüt gegeben. Bei der ersten Etappe der Ruta del Sol kam der 32 Jahre alte Brite am gestrigen Mittwoch beim Sieg des Franzosen Thomas Boudat nach 197,6 Kilometern von Mijas nach Granada mit dem Hauptfeld ins Ziel.



Dem Auftritt in Südspanien könnte jedoch schon bald eine Doping­sperre folgen. Die gesammelten Unschuldsbeweise müssen der Brite und sein eigens engagierter Anwalt Mike Morgan dann bald vorlegen. Laut der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport will das Anti-Doping-Tribunal des Radsport-Weltverbandes UCI „Ende dieser oder Anfang nächster Woche“ das Verfahren gegen den 32-Jährigen eröffnen. Angst scheint das dem Sky-Kapitän jedoch nicht zu machen. „Ich weiß, dass ich nichts Falsches getan habe, das ist mein Ausgangspunkt“, sagte Froome und ergänzte: „Wir arbeiten so hart wie irgendmöglich daran, diesen Fall zu lösen. Niemand wünscht sich eine schnelle Aufklärung mehr als ich.“ Er sprach von „einer schweren Zeit“, in der er sich abgeschottet habe.

UCI-Präsident David Lappartient hatte Froome wenige Tage zuvor darum gebeten, erst nach Klärung der Salbutamol-Affäre wieder Rennen zu fahren. Der Bitte des Franzosen kam der Sky-Kapitän jedoch nicht nach. „Es sind viele Fehlinformationen verbreitet worden. Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, werden die Menschen meine Argumente verstehen“, meinte Froome.

Froome war am 7. September 2017, wenige Tage vor seinem ersten Gesamtsieg bei der Spanien-Rundfahrt, mit Rückständen des Asthmamittels Salbutamol im Urin aufgefallen. 2000 Nanogramm pro Milliliter Urin sind erlaubt, Froomes Probe wies das Doppelte auf. Publik machte die UCI das Testergebnis allerdings erst am 13. Dezember, nachdem mehrere Medien darüber berichtet hatten. Froome drohen eine Sperre von bis zu zwei Jahren sowie die Aberkennung seines Vuelta-Sieges.