Frieden zwischen Olic und Wiese

Hamburg/Bremen. Mit einem ungewöhnlichen Friedensgipfel wollen Ivica Olic und Tim Wiese vor dem 89. Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen die Gemüter beruhigen. Der Kung-Fu-Tritt des Torhüters gegen den HSV-Stürmer beim 0:1 am 7. Mai in Hamburg hatte für große Empörung gesorgt, Franz Beckenbauer sprach damals sogar von einem Mordversuch

 Bremens Torhüter Tim Wiese traf im Mai HSV-Stürmer Ivica Olic übel am Kopf. Am Sonntag wollen sie sich versöhnen. Foto: dpa

Bremens Torhüter Tim Wiese traf im Mai HSV-Stürmer Ivica Olic übel am Kopf. Am Sonntag wollen sie sich versöhnen. Foto: dpa

Hamburg/Bremen. Mit einem ungewöhnlichen Friedensgipfel wollen Ivica Olic und Tim Wiese vor dem 89. Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen die Gemüter beruhigen. Der Kung-Fu-Tritt des Torhüters gegen den HSV-Stürmer beim 0:1 am 7. Mai in Hamburg hatte für große Empörung gesorgt, Franz Beckenbauer sprach damals sogar von einem Mordversuch. "Ich kann nur an unsere Fans appellieren, dass sie das Foul vergessen", sagte Olic vor dem brisanten Duell am Sonntag (17 Uhr). "Mit unserem Treffen ist die Sache abgehakt", betonte der Kroate nach einem persönlichen Gespräch mit Wiese auf halber Strecke zwischen beiden Städten in Sittensen.

"Ich kann es nur noch einmal betonen: Tim wollte Ivica Olic nicht verletzen, er wollte sein Tor verteidigen. Und außerdem hat er sich entschuldigt. So langsam könnte man da mal einen Haken hinter machen", appellierte auch Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, keine unnötigen Emotionen gegen den Nationalkeeper aufzubauen. Sportlich bestimmt der Kampf um den Anschluss an die Bundesliga-Spitze das Derby der Hanseaten, die mit Personalsorgen zu kämpfen haben. "Wir können den HSV überholen, das ist ein zusätzlicher Anreiz", sagt Bremens Kapitän Frank Baumann.

Trainer Thomas Schaaf muss auf den Außenpositionen improvisieren. Der Einsatz von Clemens Fritz auf der rechten Abwehrseite ist mehr als fraglich. Sebastian Boenisch, der sich wie Fritz einen Muskelfaserriss zugezogen hat, fällt aus. Zudem müssen die Bremer auf die langzeitverletzten Daniel Jensen und Martin Harnik sowie den gesperrten Mesut Özil verzichten.

Auch Gegenüber Martin Jol muss erneut umbauen: Kapitän David Jarolim ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt, Nigel de Jong bis Weihnachten außer Gefecht. Für ihn soll der brasilianische Neuzugang Alex Silva einspringen. Von den Verstärkungen hat zudem einzig Mladen Petric mit zehn Treffern in 16 Pflichtspielen eingeschlagen. "Wenn er nicht da wäre, hätten wir vielleicht mehr Probleme", sagte Jol, der die Konstanz in seinem Team vermisst. "Unsere Spiele waren zuletzt immer sehr knapp. Also tippe ich auf ein 1:0 oder 2:1 für uns im Nordderby." dpa

Auf einen Blick

Der FC Bayern München will sich mit seiner Verfolgerrolle nicht abfinden und das Spitzenduo unter Druck setzen. Um die Voraussetzungen für einen Angriff auf die punktgleich führenden Teams von Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim zu schaffen, muss der Rekordmeister am 14. Spieltag aber zunächst die Pflichtaufgabe gegen Schlusslicht Energie Cottbus lösen. "Wir wollen noch Punkte gutmachen bis zur Winterpause", kündigte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann an. Die "Herbstmeisterschaft" sei noch ein realistisches Ziel.

Vor unangenehmen, aber lösbaren Auswärtsaufgaben stehen Leverkusen bei der abstiegsbedrohten Arminia aus Bielefeld sowie Hoffenheim beim Mitaufsteiger 1. FC Köln. Schalke empfängt Mönchengladbach. dpa