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Freund will Schwung holen

Freund will Schwung holen

Severin Freund will an diesem Wochenende bei der Generalprobe für die Vierschanzentournee seine Topform beweisen und Schwung für den ganz großen Coup holen. Die Form dafür scheint er zu haben.

Vor dem Start in die heiße Phase des Winters wirkt Severin Freund erstaunlich cool. "Zwei Saisonsiege habe ich schon, das ist extrem lässig. Jetzt hoffe ich einfach mal, dass ich dieses Niveau halten kann", sagt der Skisprung-Weltmeister, für den es langsam ernst wird. An diesem Wochenende steht für Freund die Generalprobe für die Vierschanzentournee an, beim Weltcup in Engelberg will er Schwung holen für den ganz großen Coup.

"Engelberg ist eine wichtige Station, damit man die richtigen Schlüsse für die Tournee zieht. Es ist ziemlich wichtig, wie man dort rausgeht", sagt Freund mit Blick auf den folgenden Saisonhöhepunkt (28. Dezember bis 6. Januar). Gute Freunde sind Freund und die Titlis-Schanze allerdings noch nicht geworden. Noch nie stand der Team-Olympiasieger in der Schweiz auf dem Podest.

"Die Schanze hat etwas Eigenes, der Tisch ist verdammt kurz", sagt Freund, der 2013 in Engelberg nach der Landung sogar stürzte. Vor einem Jahr landete er dann "nur" auf den Rängen sieben und zehn. Ein gutes Ergebnis im ungeliebten Engelberg könnte daher ein Fingerzeig für die Tournee sein, schließlich warten auf Freund auch in Oberstdorf und Garmisch schwierige Anlagen.

Beste Erinnerungen an Engelberg hat dagegen Richard Freitag . Vor einem Jahr gewann der Sachse überraschend und gab einen Vorgeschmack auf die Tournee, bei der er in Innsbruck für den ersten deutschen Tagessieg seit zwölf Jahren sorgte. Derzeit ist Freitag wieder die klare Nummer zwei hinter Freund, für den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawalds Vierfach-Triumph 2001/2002 kommt aber wohl nur Freund in Frage.

Bislang war die Vierschanzentournee für Freund stets eine Enttäuschung, mehr als Platz sieben sprang noch nicht heraus. Im Sommer hat er daher mit dem deutschen Team die Traditions-Serie simuliert, ist in einer Woche auf allen vier Schanzen gesprungen, hat sogar in den bekannten Hotels übernachtet. Größter Konkurrent wird wohl der Slowene Peter Prevc , der mit dem Gelben Trikot des Gesamtweltcup-Spitzenreiters in die Schweiz reist. Am Ende aber wird wohl auch Engelberg für die Tournee nur eine untergeordnete Rolle spielen - so wie alle anderen Weltcups zuvor auch. "Letztes Jahr haben vor der Tournee alle gesagt: Einer von denen, die bislang gewonnen haben, wird auch dort ganz oben stehen", sagt Freund: "Am Ende sind dann Stefan Kraft und Michael Hayböck vorne gelandet - also zwei ganz andere."