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French Open: Barrois und Grönefeld sind raus

Paris. Anna-Lena Grönefeld und Kristina Barrois haben gestern tapfer gegen das drohende Scheitern gekämpft. Doch das Kapitel French Open 2009 ging auch für die letzten beiden deutschen Tennis-Damen zu Ende

Paris. Anna-Lena Grönefeld und Kristina Barrois haben gestern tapfer gegen das drohende Scheitern gekämpft. Doch das Kapitel French Open 2009 ging auch für die letzten beiden deutschen Tennis-Damen zu Ende. Drei Tage nach ihrem fulminanten Auftaktsieg gegen die ehemalige Weltranglisten-Erste Amélie Mauresmo verlor die in Saarbrücken lebende Grönefeld bei ihrem Lieblingsturnier gegen Gisela Dulko aus Argentinien 6:7 (5:7), 6:0, 2:6.



"Es war mehr drin. Das ist schon enttäuschend", sagte die 23-Jährige nach der Berg- und Talfahrt über 107 Minuten. Dass die Weltranglisten-42. aus Buenos Aires keine unüberwindbare Zweitrunden-Hürde darstellte und dass auch in Runde drei in der Slowakin Dominika Cibulkova keine unschlagbare Gegnerin gewartet hätte, wollte Grönefeld so nicht gelten lassen. "Ich würde nicht sagen, dass es eine verpasste Chance war", sagte die French-Open-Viertelfinalistin von 2006.

Ihre Fed-Cup-Kollegin Kristina Barrois aus Urexweiler unterlag trotz einer starken Vorstellung der an Nummer neun gesetzten Victoria Asarenka aus Weißrussland mit 6:7 (1:7), 5:7. Barrois sagte trotzdem: "Ich habe gezeigt, dass ich auch auf Sand dieses Level spielen kann." Im ersten Satz hatte die 27-Jährige einen 5:1-Vorsprung noch verspielt. "So etwas muss man dann auch mal durchspielen können", meinte die deutsche Meisterin selbstkritisch. Aus dem deutschen Damen-Quartett waren zuvor Sabine Lisicki (Berlin) und Julia Görges (Bad Oldesloe) in Runde eins gescheitert.

Auch bei den Herren lief es für die Deutschen nicht gut. Nicolas Kiefer verpasste den Einzug in die dritte Runde ebenfalls. Der 31 Jahre alte Tennisprofi aus Hannover musste sich gestern Abend dem an Nummer 14 gesetzten David Ferrer aus Spanien in fünf Sätzen mit 3:6, 7:5, 4:6, 6:3, 2:6 geschlagen geben. Bei seiner ersten French-Open-Teilnahme seit drei Jahren war er dem spanischen Asche-Experten Ferrer aber ein ebenbürtiger Gegner.

Zuvor war bereits Davis-Cup-Spieler Philipp Petzschner als zehnter deutscher Tennisprofi ausgeschieden. Der 25-Jährige aus Bayreuth war bei der glatten 1:6, 2:6, 3:6-Niederlage gegen den Weltranglisten-Achten Fernando Verdasco (Spanien) chancenlos.



Während sich am vierten Turniertag auf der roten Asche von Roland Garros die Deutschen nur für dieses Jahr verabschiedeten, ging auf dem Court Suzanne Lenglen mit dem letzten French-Open-Match von "Magier" Fabrice Santoro eine Ära zu Ende. Der 36 Jahre alte Franzose unterlag dem Belgier Christophe Rochus mit 3:6, 1:6, 6:3, 4:6. Die 20. sollen nun endlich die letzten French Open gewesen sein für einen der charismatischsten Tennisspieler. Vor vier Jahren schlug er sich auf der roten Asche von Roland Garros mit seiner beidhändigen Vor- und Rückhand 6:33 Stunden lang mit seinem Landsmann Arnaud Clément die Bälle um die Ohren - bis heute das längste Match bei einem Grand-Slam-Turnier. Sage und schreibe 67 Mal ist Santoro bei einem der vier größten Turniere angetreten und hält damit einen einsamen Rekord im Herrentennis. dpa