Frauen-Gründungself für die Hall of Fame veröffentlicht

Fußball : Elf Spielerinnen für die Ewigkeit

In der neuen Hall of Fame des deutschen Fußballs sind nun auch die Frauen vertreten – angeführt von Birgit Prinz.

Diese Startformation hat es in sich: „Die erste Elf“ der neu installierten Ruhmeshalle (Hall of Fame) des deutschen Fußballs vereinigt bei den Frauen neun Weltmeister- und 33 Europameister-Titel auf sich. Angeführt wird die Mannschaft von der Rekordnationalspielerin und dreimaligen Weltfußballerin Birgit Prinz. Dies gab das Deutsche Fußballmuseum nach einer Wahl von führenden deutschen Sportjournalisten, darunter auch der Saarbrücker Zeitung, bekannt.

„Mit der Wahl der Frauen-Elf ist der erste Jahrgang der Ruhmeshalle komplett. Die Hall of Fame würdigt die größten Legenden des deutschen Fußballs erstmals zentral an einem Ort. So entsteht eine dauer­hafte Pilgerstätte für alle Fußballfans“, teilte Museumsdirektor Manuel Neukirchner mit.

Neben Prinz gehören Silvia Neid, Heidi Mohr, die neue Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, ihre Vorgängerin Steffi Jones, Nia Künzer, Silke Rottenberg, Doris Fitschen, Bettina Wiegmann, Renate Lingor und Inka Grings der ersten Elf an. Als Trainerin fand Tina Theune, die ihre Mannschaften zu einem WM- und drei EM-Titeln führte, Aufnahme in die Ruhmeshalle des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Im April wird die Hall of Fame mit einer Gala eröffnet, die feierliche Aufnahme der berufenen Frauen folgt im Sommer.

Schon im November 2018 wurde die Startformation der Männer gekürt. Sie wird von den Ehrenspielführern Fritz Walter, Franz Beckenbauer, Uwe Seeler und Lothar Matthäus angeführt. Dazu kommen Helmut Rahn, Sepp Maier, Andreas Brehme, Paul Breitner, Matthias Sammer, Günter Netzer und Gerd Müller. Trainer ist Sepp Herberger.

Ihre Gründungself durften die 28 Jurymitglieder aus der gesamten Geschichte des deutschen Frauenfußballs wählen. Genannt werden durften Fußballerinnen deutscher Herkunft, deren Karriereende mindestens fünf Jahre zurückliegt – weshalb beispielsweise die frühere Saarbrückerin Nadine Keßler, Weltfußballerin des Jahres 2014, nicht zur Wahl stand (Karriereende Anfang 2016). Der Kreis der Spieler und Spielerinnen in der Ruhmeshalle soll in den kommenden Jahren sukzessive erweitert werden.

Ob bei den Frauen jemals ein bekannterer Name als der von Prinz in die Hall of Fame einziehen wird, darf allerdings bezweifelt werden. Die mittlerweile 41-Jährige hat wahrscheinlich Rekorde für die Ewigkeit aufgestellt. 128 Tore in 214 Spielen für die deutsche Auswahl bleiben wohl unerreicht. Dazu kommen zwei WM- und fünf EM-Titel. Drei Mal wurde die gebürtige Frankfurterin zur Weltfußballerin des Jahres gewählt, bei der WM-Endrunde 2007 wurde sie Torschützenkönigin. Außerdem feierte Prinz mit ihrem früheren Club, dem Bundesligisten 1. FFC Frankfurt, zahlreiche Erfolge.

Nahe heran an den Ruhm von Prinz kommt Neid. Die heute 54-Jährige war als Spielerin, Co-Trainerin oder Bundestrainerin an allen (!) Titelgewinnen der deutschen Mannschaft beteiligt. Im Klartext heißt das: Neid feierte zwei Weltmeister-Titel, acht EM-Triumphe und einen Olympiasieg. Der einzige „Makel“ der gebürtigen Waldürnerin ist, dass sie als Spielerin nicht Weltmeisterin wurde. Dies gelang der ein oder anderen, die in der Startelf fehlen. So waren Maren Meinert, Kerstin Garefrekes, Ariane Hingst, Sandra Minnert und Kerstin Stegemann sicher auch Kandidatinnen für einen Platz in der Startformation, fielen bei der Wahl zunächst aber hinten runter.

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